Alexander, Caesar & Co. #9: Das arabische Fußvolk der Frühzeit

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Eine Armee der Frühen Eroberungszeit kann schon auf größere Mengen von schweren Reitern zurückgreifen, was sich in zahlreichen Turnieren bewährt hat. Nicht zuletzt stützen sich ihre historischen Gegner, Oströmer wie Perser, auf Reitereliten, denen man standhalten muss.

Das arabische Fußvolk der Frühzeit

Alle modernen Regeln verleihen dem arabischen Fußvolk der Frühzeit den Status von Stoßinfanterie. Deren Verhalten auf der Spielfläche unterscheidet sich allerdings von Regel zu Regel, so dass ich nicht auf alles eingehen kann.

Das arabische Fußvolk der Frühzeit bei DBM

Bei DBM sind sie Warband (Superior). In der wohl erfolgreichsten Aufstellung waren je ein Dutzend, unterstützt von je sechs Bogenschützen die beiden zentralen Kommandos der DBM-Armee. Sie mussten möglichst direkt und entschlossen gegen die Hauptmacht des Feindes geführt werden. Die Bogenschützen vertrieben dabei Plänkler und gegnerische Reiter, die Nahkämpfer warfen sich mit aller Entschlossenheit gegen das schwere Fußvolk. Selbst Piken konnten dabei erfolgreich bekämpft werden, wenngleich Pike (Superior) ein zu harter Brocken sein dürfte. Allerdings sind diese nach Armeepunkten doppelt so teuer und in der historischen Epoche nicht vertreten.

Anmerkung
(1) Hier liegt die Hauptstärke der Streitmacht. Ein solcher Kriegertrupp verfügt über die gleiche Stoßkraft wie eine Piken-Phalanx, ist hochbeweglich, falls man ihn denn auf Kamelen beritten macht – und können sich auf Schwachpunkte des Gegners werfen. Oft genügt aber schon der erste Angriff.

Gefährlich sind gepanzerte Reiter wie die der Perser und Byzantiner; hier muss das Gelände gut genutzt werden. Steile Hügel und Lavafelder waren historisch ein beliebtes Aufstellungsgebiet der Araber.

Wer diese frühe arabische Streitmacht unbedingt zu Amok laufenden Berserkern (unter 6. Auflage WRG) machen will, kann auch die heilige Fahne des Propheten (weiß, nicht grün!) aufstellen. Die Spielpraxis wird aber zeigen, daß der Einsatzwillen der Streitmacht auch so schon hoch genug ist, und dass sich die Kontrolle über den arabischen Kampfeseifer (s.(4) als größeres Problem erweisen wird.

Das arabische Fußvolk der Frühzeit bei DBMM

Bei DBMM sind sie Blades (Ordinary) und bei FOG Offensive Speermen – ihre Funktion bleibt die erwähnte.

Das moslemische Heer der ersten Jahre verfügt über nur wenig Reiterei. Darum sollte man diese nicht allzu früh dem Gegner zum Kampfe anbieten. Bei DBM füllten leichte Plänkler zu Fuß und Hilfstruppen die Reihen auf, Kamelreiter mit ihrer guten Wirkung gegen andere Berittene waren eine weitere Waffe gegen schwere gegnerische Reiter. Der Clou ist, während die leichten Fußtruppen einen Streifen schwierigen Geländes sehr gut behaupten oder doch zumindest länger verteidigen können, ist dieses Kommando das elementmäßig größte, kommt damit zuerst auf die Tischplatte und lässt den Kerntruppen zu Fuß noch Freiheiten in der exakten Aufstellung. Bei DBMM und FOG gestaltet sich dies natürlich anders.

Anmerkung
(2) Die Reiter werden im Spiel solange zurückgehalten, bis der Gegner sich eine Blöße gibt. Durch die Bogenschützen zum Angriff gereizt, wird sein Vorstoß, nach Möglichkeit unterstützt durch die Wahl einer schwer einnehmbaren Stellung von den Speerträgern und Ghazis aufgefangen und mit wilden Gegenattacken abgeschlagen. Die Araber nehmen dabei dank ihrer hohen – unter 6. Auflage – Kampfmoral (unter DBM dank des Superior Status) auch Rückschläge hin und werden sich jedem historischen Gegner als zäher Brocken erweisen. Die Reiter sichern dabei die Flanken und führen den Gegenstoß an.

Ergänzend treten verbündete Beduinen als viertes Kommando dazu. Sie sind ausschließlich Plänkler – eventuell auch zu Fuß – sie können darum „nur“ überflügelnd bedrohen oder hartnäckig zurückweichend eine Flanke sichern. Die Fußtruppen müssen bei DBMM mit Hilfe von Kamelen beritten gemacht werden, dabei dürfen sogar (schwächere) schwere Fußtruppen aufgebaut werden. Meines Erachtens sollte man dies genau abwägen – es würde nur Sinn machen, wenn man die Aufgaben des schweren Fußvolkes von zwei Sturmkolonnen auf drei verteilt. Ob dabei Blades (Inferior) standhaft genug sein werden?
Aber allgemein sollte dieses Kommando die Flanken der zentralen Fußkämpfer solange decken, bis diese ihre Aufgabe im Zentrum erfüllt haben. Diese Funktion dürften sie unter allen Regelsystemen – unter gewissen Vorbehalten – erfüllen können.

Wer noch noch Punkte über hat, kann sich nun je nach Regelsystem nach „etwas Besonderem“ umgucken, um seine Gegner aus der Balance zu bringen. Unter 6. Auflage waren dies schwergerüstete Schwertkämpfer, die sich als Sturmtruppe den normalen Fußkriegen anschlossen und gezielt auf kritische Punkte der Schlachtordnung warfen. Oft war dies ein besonders wichtiges Geländestück, meist die Verbindungsstellen von Reiterei und Fußvolk. Nicht selten waren sie zumindest als Erste im ersehnten Paradies!

DBMM bietet nach 630 die Möglichkeit, persische Überläufer in die Reihen aufzunehmen. Dies ist zwar nur eine kleine Truppe, aber besser ausgerüstet und trainiert als die moslemischen Glaubenskämpfer. Unter dem Oberbefehlshaber mögen sie eine Eingreifsreserve oder Sturmtruppe bilden – ihre Panzerung und Superior-Status werden ihnen dabei helfen.

Das arabische Fußvolk der Frühzeit bei Field of Glory

Unter Field of Glory scheint man den Reiteranteil der Armee betonen zu wollen.

(Mir scheint – die erste Einheit hat einen Tippfehler. Es müssten Schleuderer zu Fuß sein…)

In jedem Fall bietet die Zinnstreitmacht einen hinreißenden Anblick. Zu Beginn kleiden sich die Araber meist in jeweils einfarbige Gewänder und Kopftücher. Dabei haben Hauptgewand und Kopftuch keineswegs immer die gleiche Farbe. Weiß und Schwarz herrschen zu Beginn zwar vor, doch sind auch Rot, Grün und Blau vertreten. Selbst das Weiß wird oft mit farbigen längslaufenden schmalen Streifen verziert. Die Schilde sind reichlich mit Koranworten oder Arabesken geschmückt (keine bildlichen Darstellungen lebender Wesen aufgrund des Bildnisverbots des Islams!!! ). Mit der Zeit nimmt der Zierat an Kleidung und Rüstung zu. Die Araber hatten einige der reichsten Landstriche der damaligen Zeit unterworfen; dies erlaubte ihnen dann auch den persönlichen Luxus, der sie fur den Figurensammler und -bemaler besonders reizvoll macht.

Diese neue Sesshaftigkeit in den reichen Ländern Syriens, Iraks und Ägyptens erlaubte es, die Fußkämpfer vermehrt zu Reiterkriegern zu machen. Inwieweit dies den Erfolgsaussichten der Armee förderlich ist, sei einmal dahin gestellt, aber bei DBx dürfen viele der Fußfiguren ihre Rolle wechseln. Meiner Meinung nach verliert die frühe Armee dabei ihren typischen Charakter.


Bildnachweis: © shutterstock – Titelbild BasPhoto

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