DBMM: Fighting against… „1/48 Tracian“

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Mein erstes DBMM-Game in Bretzenheim hatte ich am Freitag Abend mit Neil. „Thraker“ – genauer die Liste „1/48 Tracian“ waren angesagt. Das indogermanische Volk der Antike wurde mir von anderen Kollegen schon als recht bösartig beschrieben. Ich stellte mich auf ein anstrengendes Game ein. Homer und Herodot hatten sich bereits zur Genüge über die Thraker ausgelassen.

Mal was Neues: wir probieren eine außergewöhnliche Strategie aus

Der Neil ist ja als starker Spieler bekannt. Glücklicherweise wusste ich das nicht und ging so völlig entspannt in das Game. Ich überlegte, wie ich meine Armee aufbauen sollte. Der Klassiker wäre gewesen, meine Early Northern Barbarians als durchgängige und breite Schlachtlinie aufzustellen und dann gen Gegner zu marschieren.

Dieses Mal wollte ich mal eine andere Strategie wählen. Von den Thrakern wusste ich nicht allzuviel, so dass ich auch keine Überlegungen hinsichtlich eines META-Games anstellen konnte. Ich entschied mich dann dazu, meine beiden Hauptkommandos links und rechts aufzubauen und die Mitte offen zu lassen. Mein C-in-C mit seinem A-Kommando sollte sich links hinter dem B-Kommando in der Mitte einmischen können, wenn es nötig sein sollte.

Der Gegner sollte dann bitte schön in die Mitte kommen und dann nach Plan von links und rechts zermalmt werden. Veni, vidi, vici!

Der Spielverlauf

Es zeigte sich aber dann doch recht schnell, dass mein A-Kommando hinter dem linken Kommando ziemlich nutz- und tatenlos herumstand. Als Neil dann in der Mitte zum Angriff überging, gelang es mir nicht, die Flanken meiner beiden seitlich stehenden Kommandos zu schützen. Letztlich kam Neil durch die Mitte und rollte beide Kommandos dann von der Seite her auf.

Von einem Zermalmen des Gegners von den Seiten her konnte keine Rede mehr sein. Es war Quatsch, zu glauben, dass das funktionieren könnte.

Hier sieht man in der MItte die große Lücke klaffen, durch die Neil letztlich einbrechen konnte. Auf meiner rechten Seite habe ich ein paar Elemente eingedreht, um meine Flanke zur Linken hin abzusichern, aber das konnte Neils Thraker nicht aufhalten.

Hier sieht man in der MItte die große Lücke klaffen, durch die Neil letztlich einbrechen konnte. Auf meiner rechten Seite habe ich ein paar Elemente eingedreht, um meine Flanke zur Linken hin abzusichern, aber das konnte Neils Thraker nicht aufhalten.

Hier lässt Neil ein paar seiner DBMM-Tracians vorgehen.

Hier lässt Neil ein paar seiner DBMM-Tracians vorgehen.

Das Spielergebnis

Das Ergebnis des ersten DBMM-Spiels mit Neil war entsprechend mager. Zwo Punkte bekam ich, er die anderen 23.

Mein Learning?

Ich erkannte, dass ein Abwarten auf den beiden Seiten nicht wirklich sinnvoll ist, wenn man zur Mitte hin Flanken offen lässt. In einem späteren Spiel mit dem Roman und seinen chinesischen Heuschrecken hatte ich nochmal ein Thema mit Truppen auf den Flanken.

Bis heute kann ich keine sinnvolle Strategie gegen Neils Armee nennen. Eventuell muss ich mir das mal auf einem Blatt Papier aufmalen und die Eigenschaften der einzelnen beteiligten Truppentypen daneben schreiben, um durchzublicken.

Was gut funktioniert hat? Das Abarbeiten der Einzelkämpfe zur Ausnutzung etwaiger Überlappungen (Overlap). Ich glaube, das habe ich ganz gut verstanden. Die Basiszahlenwerte der Truppentypen muss ich noch ein wenig auswendig lernen. Das ist für mich noch ein Zahlendurcheinander. Glücklicherweise waren die anderen Spieler alle sehr geduldig mit mir. Wird sicher oft genervt haben bei der ganzen Rechnerei.

Soviel für heute. Nächste Woche gibt es das nächste Spiel – dann auch mit mehr Fotos.

Stay tuned

Caius Neratius Commotus


Bildnachweis: © alle schwarzer.de

Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, er ist jedoch nicht festgelegt.

6 Kommentare

  1. ähem – Thraker sind schon seit Jahrzehnten bei den Spielern ein Geheimtipp – wer mal vor Yogis wanderameisenartig anstürmenden gestanden hat, wird wissen was ich meine.

    Die Truppentypen sind es eher weniger – im Prinzip sind das die gleichen wie Deine!
    Ax /S) – wie Du auch – diverse Ps Plänkler und – leichte statt Deiner schweren Reiterei.

    Der Unterschied mag sein, dass sie bei einer Aggression von 1 oft Verteidiger sind und das Gelände ziemlich zumachen können. Und dann hattest Du natürlich einen der härtesten Gegner im Turnier!

    Augen und Ohren spitzen und sich nicht allzu ärgern, heißt die Devise.

  2. Es klingt auch ein Bisschen danach, dass für deine Strategie viel Bewegung nötig gewesen wäre.

    • Es klingt ein bisschen danach, dass ich noch am Lernen bin. Thats all.

      @Ariovist: Ein Spiel zu verlieren ist nicht schlimm. Ich erschließe mir gerade eine neue Welt, Es macht eher Spaß, die Unterschiede zu erkennen und zu verstehen, warum an das Eine oder das Andere vornimmt. Alles fein.

      Wenn ich aber mit Reiterei und Ax(S) gegen Psiloi(doof) antrete und nach dreimaligem Würfelwurf 6/1, 6/1, 6/1 (Spielpartner/Ich) meine hochwertigen Truppen gegen seine blöden Plänker abbauen muss, DAS ärgert. Ach, die Welt ist ja SOOOOOO ungerecht!

  3. Mein Ansatz zu diesen „Schlachten“ ist eher der, dass es für mich keine sind..!
    So lange ich es versuchte, das Spiel als „Schlacht“ zu sehen, habe ich nur verloren. Werte auswendig lernen, und dann entsprechend die Figuren ziehen…, dann klappts besser. Zumindest mir persönlich ist ein „historisch -taktisches“ Herangehen niemals gelungen.
    Abgesehen davon, war Dein Schlachtplan aber auch SEHR optimistisch. Wenn Du das beispielsweise bei ARMATI gemacht hättest.., wärst Du auch abgeschlachtet worden…
    Allerdings hast Du mein tiefstes Mitgefühl, was die bösen Würfelgötter betrifft..! *Mitleidmodus an*…

    • @ Xena – mir wurde immer vorgehalten – you don’t play games, you fight battles.
      Das sehen wir also verschieden. Kann man auch als KOmpliment nehmen.

      @ Sturmi- ich habe Dir keinen Vorwurf gemacht, aber von der Theorie her, kannst Du den Thrakern Aug‘ in Aug‘ entgegentreten. Dass Dein Gegner ein hartgesottener Veteran is,t macht siie Sache sicherlich nicht einfacher.

      Das Aufstellungsdilemma wirst Du mit wachsender Erfahrung zu lösen lernen
      ein britischer Wargamerspruch: Lke a bird your army was given two wings, for anymore open flanks you have to blame yourself.

      Bin schon gespannt wie Deine Lernkurve von Spiel zu Spiel weitergeht.

  4. Mit dem Kommentar meinte ich, dass viele Aufstellungen nur funktionieren, wenn der Zufall genug Bewegungen beschert. Bei einer Linie dürfte es immer reichen, irgendwas an den Flanken zu bewegen oder zu reagieren. Aber die meisten anderen Pläne brauchen eben mehr Bewegung. Nicht ganz so mathematisch gedacht wie Xena, aber doch nicht ohne Berücksichtigung der Mechanismen. Zudem sollte es eigentlich ein Allerweltskommentar zum Aufbau der Moral sein. Nur geraten mir die Kommentare in Blogs meist zu kurz. Tut mir leid, dass es so missverständlich war.

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