V1: die Hit The Beach Starterbox (FWBX09) vom Honischer

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Der heutige Artikel über die V1 bzw. Fieseler Fi 103 stammt vom Honischer, der sich ein solches Gerät als Hit The Beach Starterbox (FWBX09) von Fow zugelegt hat. Ich übergebe das Wort.

V1: Fieseler Fi 103, FZG 76, Flakzielgerät 76

Die offizielle Bezeichnung der V1 ist Fieseler Fi 103, Tarnname FZG 76 (Flakzielgerät 76). Von den Alliierten wurde sie Doodlebug oder Buzz bomb genannt. Sie wird unter Fachleuten auch als erster einsatzfähiger Marschflugkörper der Welt gesehen.

V1-Technik

Die Fi 103 war ein unbemanntes Fluggerät, ausgelegt als freitragender Mitteldecker und angetrieben von einem Verpuffungsstrahltriebwerk (Pulsostrahltriebwerk) mit einer am Austritt verengten Brennkammer. Es wird Luft zugeführt, die mit zerstäubtem Kraftstoff vermischt und gezündet wird. Nach hinten entweichende Gase erzeugen Schub und saugen von vorne gleichzeitig Frischluft an. Bei den sich wiederholenden Zyklen gibt es keine konstante, sondern eine pulsierende Verbrennung. Daher das knatternde und eigenartige blubbernde Fluggeräusch der V1.

V1-Daten und Funktionsweise

Die Nutzlast betrug in den Standardversionen 830 kg und das Gerät wurde durch einen Autopilot der Richtung und Flughöhe regelte in den Zielraum gesteuert. Nach Erreichen der vorgegebenen Distanz wurde die fliegende Bombe gezielt in einen steilen Abstieg geleitet und der Sprengstoff durch ein 3-fach ausgelegtes Zündersystem zur Explosion gebracht. Die Flugbombe hatte eine Länge von 7,742 m, eine Spannweite von 5,30 m, eine Höhe von 1,423 m und ein Startgewicht von 2160 kg. Der größte Durchmesser beträgt 0,84 m. Die Reichweite betrug zwischen 257 – 286 km. In einer Höhe von 760 m wurde eine Geschwindigkeit von 576 km/h erreicht.

Abfeuern der V1: die Walter-Schlitzrohrschleuder

Vor dem Start wurde die V1 fertig montiert (Hecksegment, Flügel), die Presslufttanks (Steuerung, Kraftstoffeinspritzung) mit bis 170 bar gefüllt und Kompass sowie Steuergeräte einjustiert.

Gestartet wurde die nicht eigenstartfähige Flügelbombe Fi 103 (V1) mit der Walter-Schlitzrohrschleuder, einem „Dampfkatapult“. Diese 48 Meter lange Abschussrampe mit einer Neigung von 6 Grad, bestand aus acht Rohrstücken, auch “Schüsse“ genannt, von jeweils 6 m Länge. Die Walter-Schleuder wurde von einem Rahmen umschlossen und ruhte auf acht Stahlgitterstützen.

Der auf Rädern verschiebbare Dampferzeuger wurde mit einer schweren Bajonettverriegelung am 1 Meter langen Anfangsstück der Schleuder angeschlossen. Der Dampferzeuger arbeitete nach dem “kalten“ Walter-Verfahren. Dabei wurde der 80%ige T-Stoff (Wasserstoffsuperoxyd) mit Hilfe eines Katalysators (Z-Stoff = Kalzium- oder Kaliumpermanganat) zersetzt, wobei das entstehende Sauerstoff-Dampf-Gemisch mit 50-60 bar in das Schlitzrohr der Schleuder hineindrückte, wo es mit rasant steigendem Druck auf die Stirnfläche des Kolbens wirkte. Der Kolben zog nun mit dem hervorstehenden Zapfen die Fi 103 (V1) über die Gesamtlänge des Rohres und fiel am Ende im Vorfeld der Schleuder nieder. Er konnte nach der Bergung gewöhnlich weiter genutzt werden. Bei Erreichen einer Geschwindigkeit von mindestens 430 km/h erzeugte das Triebwerk der V1 nun den erforderlichen Schub für einen selbständigen Flug.

Diese Dampfkatapulte werden auch heute noch auf modernen Flugzeugträgern zum Start der Flugzeuge verwendet. An der Startrampe der V1 wurden 49 Luftwaffensoldaten eingesetzt. Zum Kriegsende hin wurde die V1 auch von der Waffen SS gestartet.

Produktion und Einsatz der V1 / Eifelschreck

Ab März 44 wurden bis Kriegsende ca. 30 000 Fi 103 zu einem Stückpreis von 5060 RM gebaut. 2175 Stück wurden für Versuche verwendet.
Etwa ca. 22 000 wurden eingesetzt, davon ca. 8800 gegen London. Bis Kriegsende wurden auf anfänglich 64 Startrampen in Nordfrankreich, Holland und in der Eifel Bodenstarts durchgeführt. Wegen der häufigen Startabstürze in der Eifel entstand der Name „Eifelschreck“.
Da die Alliierten immer mehr Startrampen zerstörten ging man ab Juli 44 bis Januar 45 dazu über von HE-111 Bombern, bei Marschgeschwindigkeit in 500 – 3000 m zu starten. Von den 100 eingesetzten Bombern gingen ca. 80 verloren.

Durch Startversager verlor man ca. 1000 V1, mit der FlaK wurden ca. 4000 V1 vom Himmel geholt. Flugzeuge brachten ca. 1850 Stück zum Absturz. Jagdflieger etwa brachten durch Danebensetzen und Flügelberührung die Flugbombe zum Trudeln und so zum Absturz. Es wurden so viele „ca.“ verwendet da im Internet sehr unterschiedliche Zahlen kursieren.

Mit den Links am Ende könnt ihr euch bei Interesse selbst mit dem Thema beschäftigen Bilder und Filme ansehen, die ich wegen Urheberrechtsfragen nicht eingefügt habe.

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War

Jetzt aber zum 15mm Modell der V1, gefertigt in den Main Limes Werkstätten. Es stammt aus der Flames of War Starterbox „Hit the Beach“. Die Flugbombe ist genau im Maßstab 1:100 gehalten. Das Startkatapult ist in der Länge allerdings stark verkürzt, es müßte die dreifache Länge haben. Auch die optische Darstellung ist sehr einfach gehalten. (Dampfrohr ist nicht mal angedeutet)

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Das 15mm Modell der V1 von Flames of War in der Hit The Beach Starterbox (FWBX09) Alle Fotos vom Honischer

Quellen:

Video zur V1 Fieseler Fi 103 Eifelschreck

Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, aktuell spielt er "Poor Bloody Infantry/PBI", "Geile Scheiße", "DBMM", "ARMATI", "SAGA" und "Bolt Action"

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