Internationalismus im Modell: Ein Schwarm North American P-51 „Mustang“-Jäger

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Die North American P-51 „Mustang“ ist eines der bekanntesten US-amerikanischen Jagdflugzeuge. Als Langstreckenjäger begleiteten sie alliierte Bomber bei ihren Einsätzen über Europa und im Pazifikkrieg. North American lieferte den leistungsfähigen Jäger nicht nur an die US-Luftwaffe, sondern auch an verbündete Luftstreitkräfte wie die britische Royal Air Force und die australische Luftwaffe. Nach dem 2. Weltkrieg blieben viele P-51 weiter im Einsatz. Die US-Luftwaffe setzte sie noch im Koreakrieg als Jagdbomber ein, aber auch in anderen Teilen der Welt blieben sie weiter in den Kampfverbänden. So flogen „Mustangs“ sowohl im israelischen Unabhängigkeitskrieg von 1948/49 als auch im Suezkrieg von 1956 bei der israelischen Luftwaffe. Als letzte Luftwaffe überhaupt zog die Luftwaffe der Dominikanischen Republik ihre P-51 1984 aus dem Einsatz und ersetzte sie durch Cessna A-37-Kampfjets. Bis heute sind P-51 „Mustangs“ gern gesehene Gäste auf Flugschauen und anderen Luftfahrt-Events.

P-51 Mustang: Variante 1 im Dienst der australischen Luftwaffe

Die P-51 GN-B flog bei der Royal Australian Air Force in Italien. Australien erhielt P-51Ks aus den USA und baute weitere im eigenen Land.

Die P-51 GN-B flog bei der Royal Australian Air Force in Italien. Australien erhielt P-51Ks aus den USA und baute weitere im eigenen Land.

Heute zeige ich euch gleich drei Modelle der P-51 „Mustang“. Alle drei stellen die bekannteste und meistgebaute Variante dar, nämlich die P-51D mit der blasenförmigen Vollsichtkanzel. Zwei Modelle sind aus dem alten Airfix-Bausatz 02098 entstanden, eines aus dem Italeri-Kit.

Die P-51K unterschied sich von der P-51D nur durch den Propeller und eine etwas andere Pilotenkanzel. Außerdem wurden die „K“s am Standort Dallas produziert, während die anderen Werke P-51D bauten.

Die P-51K unterschied sich von der P-51D nur durch den Propeller und eine etwas andere Pilotenkanzel. Außerdem wurden die „K“s am Standort Dallas produziert, während die anderen Werke P-51D bauten.

Die P-51 „Mustang“ GN-B flog im Sommer 1945 bei der 245. Staffel der Royal Australian Air Force in Italien. Die Staffel lag im Juni 1945 in Brindisi und gehörte zu den alliierten Besatzungsstreitkräften. Eigentlich ist das Modell keine P-51D, sondern eine P-51K. Die „K“s unterschieden sich von den „D“s nur in Details, so den Aeroproducts-Propeller mit schlankeren Propellerblättern. Außerdem wurden sie in Dallas produziert. Die P-51Ds flogen dagegen mit Hamilton-Standard-Propellern. Airfix hat beide Propellertypen beigelegt, so dass man die Wahl zwischen den beiden Versionen hat. Der Zusammenbau verlief ohne Probleme. Airfix legte dem Bausatz von 1991 australische und schwedische Markierungen bei. Ich entschied mich bei diesem Modell für die RAAF-Variante, weil sie einen schönen Kontrapunkt zu den vielen silbernen US-Mustangs bildet, die man auf Modellbauausstellungen sieht.

Die P-51 „Mustang“ GN-B flog im Sommer 1945 bei der 245. Staffel der Royal Australian Air Force in Italien.

Die P-51 „Mustang“ GN-B flog im Sommer 1945 bei der 245. Staffel der Royal Australian Air Force in Italien.

Den Tarnanstrich brachte ich mit der Spritzpistole auf. Die RAAF-Mustangs in Europa trugen die damals typische RAF-Jägertarnung. Die Oberseiten spritzte ich in Ocean Grey Humbrol 126 US Medium Grey und Dark Green Humbrol 86 Matt Light Olive. Die Unterseite des Flugzeuges erhielt Medium Sea Grey, wobei ich Humbrol 64 nutzte. Möglich ist aber auch Humbrol 166. Wer will, kann natürlich auch die entsprechenden Xtracolor- oder Xtracrylix-Farben verwenden. Sie haben den Vorteil, die RAF-Farbtöne exakt wiederzugeben. Im Humbrol-Spektrum muss man sich letztlich immer eine möglichst große Annäherung suchen.

Eine israelische P-51D „Mustang“

Die israelische Luftwaffe setzte ihre P-51D „Mustangs“ noch 1956 im Suezkrieg als Jagdbomber ein.

Die israelische Luftwaffe setzte ihre P-51D „Mustangs“ noch 1956 im Suezkrieg als Jagdbomber ein.

Als Vorbild für die israelische P-51D „Mustang“ suchte mir eine Maschine der 116. Staffel aus dem Suez-Krieg von 1956 aus. Die passenden Abziehbilder fand ich auf dem Bogen 72017 „Musketeer & Kadesh October 1956“, der eine große Auswahl israelischer, ägyptischer, britischer und französischer Kampfflugzeuge aus diesem Krieg bietet. Seinerzeit hatte der damalige ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser den in britischen und französischem Besitz befindlichen Suez-Kanal verstaatlicht. Also sprachen die beiden früheren Kolonialmächte mit Israel einen gemeinsamen Feldzug ab. Israelische Streitkräfte überrannten die ägyptischen Truppen auf der Sinai-Halbinsel und lieferten so wie vereinbart Großbritannien und Frankreich den Vorwand für eine Intervention. Allerdings mussten sich beide Länder nach internationalem Druck zurückziehen, und der Suez-Kanal blieb unter ägyptischer Kontrolle. Nur Israel erreichte seine Kriegsziele, nämlich die Zerschlagung der ägyptischen Truppen im Sinai.

Der alte Airfix-Bausatz erhielt Bomben und britische Raketen aus der Restekiste, der Jeep ist selbst gekauft.

Der alte Airfix-Bausatz erhielt Bomben und britische Raketen aus der Restekiste, der Jeep ist selbst gekauft.

Die israelischen P-51D „Mustangs“ wurden als Jagdbomber eingesetzt. Also musste die entsprechende Bewaffnung her. Der Airfix-Bausatz enthält Zusatztanks und Bomben; allerdings haben die Bomben nur eine oberflächliche Ähnlichkeit mit realen US-Bombentypen. Ich schaute also in meine Ersatzteilkiste. Dort fand ich die passenden Bomben, die wohl ursprünglich aus einem Italeri-Bausatz kommen, und ungelenkte Raketen samt Startschienen aus dem Airfix-Bausatz einer „Mosquito“. Die britischen Raketen waren nötig, weil die israelischen Mustangs mit ihnen bewaffnet waren. Die Startschienen erforderten einige kleine Anpassungsarbeiten.
Aber auch dieses Mal verlief der Zusammenbau ohne Probleme. Ich tauschte die Kanzel aus dem Bausatz gegen eine Vaku-Kanzel von Falcon aus dem Kanzelsatz für WW-II-US-Kampfflugzeuge aus, weil mir die Kontur der Airfix-Kanzel nicht ganz richtig vorkam. Das hätte ich besser gelassen, denn das führte zu letztlich unbefriedigenden Schnitz- und Schneidearbeiten. Den Unterschied sieht man kaum – leider!

Die israelischen Flugzeuge im Suezkrieg trugen überwiegend einen Tarnanstrich in khaki und blaugrau, was durch den Kontrast eher wie grün wirkt.

Die israelischen Flugzeuge im Suezkrieg trugen überwiegend einen Tarnanstrich in khaki und blaugrau, was durch den Kontrast eher wie grün wirkt.

Für den Anstrich nutzte ich wiederum Humbrol-Farben. Den hellen Braunton gibt am besten Humbrol 94 wider. Interessanterweise nutzten die Israelis zu dieser Zeit keinen Grünton als zweite Tarnfarbe, sondern einen Blaugrauton, den Humbrol 96 ganz gut repräsentiert. Die Unterseite spritzte ich in Humbrol 147 Hellgrau.

Passion Wagon: Die P-51D „Mustang“ von US-As Charles Weaver

Im Bild das Italeri-Modell des „Passion Wagon“ von Fliegeras Charles Weaver.

Im Bild das Italeri-Modell des „Passion Wagon“ von Fliegeras Charles Weaver.

Grundlage für die US-amerikanische P-51D „Mustang“ ist der 1/72er-Bausatz 086 von Italeri. Da ich eine frühe „D“ ohne die vorspringende Leitwerkskante darstellen wollte, musste ich ein bisschen schnitzen und spachteln. Die vorspringende Leitwerkskante wurde erst während der bereits laufenden Serie eingeführt, während ältere P-51 nachgerüstet wurden. Die „G4-A“ war die Maschine des Jäger-Asses Captain Charles Weaver der 362. Staffel, die wiederum zur 357. Jagdgruppe gehörte und als Teil der 8. US-Luftflotte in Großbritannien stationiert war. Weaver erzielte während des Krieges acht Abschüsse. Die Markierungen entnahm ich dem Decalbogen 172050 von Kits-world. Darauf sind zwei Flugzeuge, eine getarnte Maschine mit Invasionsstreifen, die mir besser gefiel, und eine späte P-51D in Naturmetall.

Die Markierungen für die G4-A von Charles Weaver entnahm ich dem Decalbogen 172050 von Kits-world.

Die Markierungen für die G4-A von Charles Weaver entnahm ich dem Decalbogen 172050 von Kits-world.

Der Italeri-Bausatz ließ sich ohne Probleme bauen. Wer also eine einigermaßen preiswerte, aber gut detaillierte „Mustang“ sucht, ist mit diesem Bausatz gut bedient. Auch die Abziehbilder von kits-world lassen sich gut verarbeiten.

Die P-51D „Mustang“ von Charles Weaver ist eine frühe D ohne vorspringende Leitwerkskante.

Die P-51D „Mustang“ von Charles Weaver ist eine frühe D ohne vorspringende Leitwerkskante.

Als Tarnanstrich nahmen ich einmal mehr Humbrol-Farben. Die Unterseite spritzte ich in Neutral Gray Humbrol 167, die Oberseite Olive Drab (ausgebleicht) Humbrol 86. Für das Cockpit im so genannten Interior Green eignen sich Humbrol 151 oder 158, für die Fahrwerkschächte Humbrol 81.


Bildnachweis: © alle Friedrich List

Über Friedrich List

Mein Beruf ist das Schreiben; ich arbeite als freier Journalist, Texter und Buchautor. Das reicht für Leben und Modellbau, also auch für das eigentliche Leben. Beruflich wie als Modellbauer interessiert mich die Luftfahrt, speziell die der großen Luftfahrtländer. Ich baue auch gerne mal etwas, das aus dem Rahmen fällt. Hauptantriebskräfte: Neugier, Kaffee und ein guter Witz.

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