Saint-Aubin-Sur-Mer: ein Crossfire Szenario

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Vor einigen Tagen hatte ich das freudige Erlebnis, auf der Webseite eines britischen Wargamers ein Szenario just zu der von uns in der Größe 20mm erbauten französischen Kleinstadt Saint-Aubin-Sur-Mer vorzufinden. Besonders interessant: die Schilderung der historischen Abläufe. Geradezu minutiös wird das Vorgehen kleinster Teileinheiten bis hinunter zu einzelnen Zügen geschildert. Auch Plasti konnte sich für diesen erstklassigen Artikel begeistern. Allerdings merkte er an, dass der volle Genuss des Artikels mit all seinen Details wohl erst bei einer Lektüre in deutscher Sprache möglich sein würde. Ei gut. Diesen Wunsch will ich ihm hiermit erfüllen und setze mal die Übersetzerbrille auf.

Crossfire in Saint-Aubin

Das Spielsystem „Crossfire“ will ich hier nicht in aller Breite ausführen. Dies bitte ich einfach nachzulesen. Der eine oder andere Leser wird es eventuell bereits kennen. Hier ein paar nützliche Links für den interessierten Wargamer:

  1. Wikipedia-Artikel
  2. Kleine Einführung auf Wargaming.info
  3. Die Yahoo-Gruppe zum Game
  4. Crossfire-Seite auf der Webseite von Steven Thomas

Video auf YouTube: Crossfire Table-Top Ruling

Hier noch ein recht recht angefrechtes Video mit einigen sehr, sehr geilen Shots zum Game. Absolut guggenswert. So ganz nebenbei gibts auch ein Intro zum Game – auf englisch zwar, aber man kann sich schon das Eine oder Andere erschließen.

Aber nun zurück zum eigentlichen Anlass für den Artikel, nämlich die hervorragenden Ausführungen von Steven Thomas, die ursprünglich bereits im Jahr 2005 veröffentlicht wurden, mit aktuellen Updates aus dem Februar diesen Jahres.

Die historische Situation

Historisches Setting: St Aubin-sur-Mer, ‘Juno Beach’, Normandie, D-Day, 6. Juni 1944

Als die anglo-amerikanische Armeen am 6. Juni 1944 an den normannischen Stränden landeten, wurde der 3. Kanadischen Infanteriedivision der Strandabschnitt Juno-Beach zugewiesen. Dieser Strandabschnitt wurde flankiert von der 3. britischen Infanteriedivision auf der einen und von der 50. britischen Infanteriedivision. Auf der Gegenseite steht die stark verschanzte 716. Infanterie Division des General Richter. Ihm stehen 11 schwere Batterien mit 155mm-Geschützen und 9 mittlere Batterien mit 75mm-Geschützen zur Verfügung. Die 716. Infanterie Divison war eine eher zweitklassige Division deren Truppen sich vorwiegend aus Jugendlichen mit einem Alter von weniger als 18 Jahren sowie Soldaten mit einem Alter über 35 Jahren sowie Veteranen aus Russland mit schwächenden und behindernden Verwundungen zusammensetzte.

Das Widerstandsnest WN 27 mit der nach drei Seiten schwenkbaren 50mm-Pak.

Das Widerstandsnest WN 27 mit der nach drei Seiten schwenkbaren 50mm-Pak.

Juno Beach teilte sich in die Sektoren Mike und Nan, weiter in die Sektoren White und Red. Bei Saint-Aubin-Sur-Mer – im Sektor „Nan Red“ – sah der Invasionsplan Sherman Duplex Drive „DD“ der C-Kompanie des 10. Kanadischen Panzerregiments (Fort Garry Horse) vor. Diese sollten der Sturminfanterie des North Shore Regiment (das New Brunswick Regiment der 8. Kanadischen Infanterie Brigade) nach der Landung Feuerschutz geben.

Die Kompanien A und B des North Shore Regiments sollten den Ort einschließlich des Widerstandsnests WN 27 an der am weitesten vorgeschobenen Punkt nehmen. Dies würde es dann der C- und D-Kompanie erlauben, ins Landesinnere in Richtung Tailleville vorzustoßen. Das North Shore Regiment sollte alsdann gemeinsam mit dem Rest der 8. Infanterie Brigade zur Anhöhe 8 km nordwestlich von Caen vorstoßen.

Das 48. Royal Marine Commando der 4. Spezial Brigade würden ihnen bei Saint-Aubin-Sur-Mer folgen und dann ostwärts entlang der Küste vorstoßen und eine Verbindung mit dem 41. Royal Marine Commando von Sword Beach herstellen.

Von 07:39 bis 08:09 belegten das 14. und 19. Feld Regiment der Royal Canadian Artillery mit ihren Priest 105mm Haubitzen auf Selbstfahrlafetten den Strand mit Sperrfeuer. Später mussten die Sturminfanteristen dann jedoch feststellen, dass das Widerstandsnest von dem der Landung vorausgehenden Beschuss ziemlich wenig betroffen war.

Befehlshaber der Navi verzögerten die Stunde „H“ von 07:35 auf 07:45. Die Verzögerung bewirkten, dass der anrollende Tidenhub ein womöglich sehr gefährliches Riff außerhalb der Küste bedecken konnte. Andererseits landeten die Angriffsspitzen mitten zwischen den deutschen Strandhindernissen. Im kanadischen Sektor gingen 20 der 24 vorausfahrenden Landungsboote verloren oder wurden beschädigt. Man darf annehmen, dass eine große Zahl von ihnen die Centaur-Panzer der Royal Marines transportierten, da nur 6 der 40 Centaur-Panzer (die zur Unterstützung des Angriffs der 3. Kanadischen Infanterie Division vorgesehen waren) bis zum Strand kamen.

Im Sektor „Nan“ bewirkte die rauhe See, dass die Sherman Duplex Drive „DD“ der Fort Garry Horse am Strand hinter der angreifenden Infanterie landeten. Infolgedessen landete das North Shore Regiment vor der Ortschaft und hatte nur sehr wenig Panzer-Unterstützung. Die Aufzeichnungen des Regiments besagen, dass ihnen Unterstützung durch Panzer bei ihrer Landung fehlte. Ein Beobachter der Reseve-Kompanie sah 3 oder 4 Panzer – bemannt mir Sturmpionieren – beiden führenden Kompanien. Ein anderer Beobachter notierte die Spuren der 95mm-Granaten an der Kasematte der 5-cm-Pak am Widerstandsnest.

Die Kompanien A und B des North Shore Regiment landeten um 08:10. Sie hatten beim An-Land-Waten nur geringe Verluste, da die deutschen Geschütze nicht seewärts gerichtet, sondern zum Bestreichen der Küstenlinie ausgerichtet waren. Die Verluste mehrten sich, als die Soldaten sich einen Weg durch die Hindernisse bahnten und in die ausgedehnten Todesstreifen gelangten.

Die A-Kompanie des Major Archie McNaughton

Die A-Kompanie des landete im rechten (wetslichen) Abschnitt. Ihre Aufgabe war die Säuberung des Strandes. Anschließend sollte sie die Lücke und Häuser gen Westen einnehmen und dadurch zu ihren Nachbarn aufschließen. Bei der Landung gab es allerdings heftiges Maschinengewehr- und Mörserfeuer, Einschläge der Acht-Acht, Minen und Sprengfallen, die alle zu schweren Verlusten führten. Dennoch durchschnitten sie Drahthindernisse in ihrem Frontabschnitt und schlugen sich zum westlichen Rand von Saint-Aubin-Sur-Mer durch. Dort begannen sie damit, die Häuser der Ortschaft zu durchkämmen. Bei ihrem Vorstoß bemerkten Sie, dass einige der Häuser mit Sprengfallen bewehrt waren. Um 09:48 erreichten Sie eines ihrer Ziele, indem sie sich mit den Queens Own Rifles zu ihrer Rechten verbanden. Danach räumten sie den Bereich von Saint-Aubin und erreichten damit ihre Ziele innerhalb der vorgegebenen Zeit. Die Verluste beliefen sich auf 25 Mann.

Die B-Kompanie des Major Bob Forbes

Die B-Kompanie von landete links von der A-Kompanie. Sie hatte den Auftrag, das Widerstandsnest WN 27 zu nehmen. Der Nachrichtendienst berichtete irrtümlich, dass dort deutsche 40-Mann-Einheit mit geringer Kampfkraft zu erwarten seien. Auch wenn die Einschätzung der Kampfkraft der deutschen Truppen richtig richtig gewesen sein mag, zeigten die späteren Ereignisse, dass die Mannschaftsstärke der deutschen Truppen schwer unterschätzt wurde.

Der Plan sah vor, dass sich die B-Komanie nach der Landung am Strand sammeln sollte um dann über die Rampe vom Strand zur angrenzenden Straße zu einem Punkt südlich des Widerstandsnests vorstoßen sollte. Der 6. Zug sollte eine Position am Strand beziehen um den Feind frontal zu binden, während der 4. und 5. Zug diesen im Rücken angreifen sollten. Der 4. Zug sollte rechts, der 5. Zug links vorziehen.

Die Landung der B-Kompanie war in der Tat eher einfach. Wie auch immer zählte gerade der Zugführer des 5. Zugs zu den Verlusten, so dass der Zugführer des 6. Zugs das Kommando über beide Gruppen kommissarisch übernahm. Am Strand benutzten die Männer „Bangalore Torpedos“ (an langen, zusammensteckbaren Röhren befestigte Stabbomben) um den Stacheldrahtverhau zu durchdringen und vorzustoßen. Dabei erlitten sie geringe Verluste durch leichte Waffen.

Der 4. Zug bezog schnell Deckung unterhalb der Strandmauer. Nachdem sie den Drahtverhau vor ihnen durchdrungen hatten, stürmten sie unbemerkt durch ein Minenfeld. Nach dem verlassen des Strands kam es zum Gefecht mit dem Feind. Sie wurden schnell durch Mörser- und MG-Feuer niedergehalten und bezahlten ihren Mut mit 17 Gefallenen. Um 10:00 wurden sie durch Panzer der Fort Garry Horse entsetzt.

Mit dem Eintreffen der Unterstützungseinheiten ( Panzer der Fort Garry Horse, einem Zug Carrier und Paks ) kam die B-Kompanie langsam voran, Gebäude um Gebäude in ihrem Abschnitt der Ortschaft durchkämmend. Offensichtlich waren die Gebäude durch unterirdische Gänge und ein System von Gräben verbunden.

Nachdem die B-Kompanie ihren Abschnitt der Ortschaft gesäubert hatte, schwenkte sie wieder auf das Widerstandsnest ein. Man erkannte schnell, dass das Widerstandsnest viel stärker war, als angenommen – und es wurde offensichtlich ständig verstärkt. Als die B-Kompanie zum Angriff überging, winkte der Feind mit weißen Fahnen, eröffnete kurz darauf jedoch erneut das Feuer. Infolge dieses Zwischenfalls zeigten die Kanadier fürderhin wenig Gnade wenn weiße Flaggen geschwenkt wurden. Panzer der Fort Garry Horse unterstützten den Angriff und schossen ein Loch in den Befehlsbunker des Widerstandsnests, verloren jedoch mehrere Panzer durch die verbunkerte 5-cm-Pak. Letztere wurde schließlich durch zwei weitere Panzer der Fort Garry Horse und einen AVRE zerstört. In dem 2-stündigen Gefecht wurden 4 Offiziere und 75 Mannschaften gefangen genommen. 50 weitere wurden getötet oder verwundet.

Um 09:10 landete die Kanadische Artillerie ( 14. und 19. Feldregiment ) ihre 10,5-cm-Selbstfahrlafetten „Priest“. Die Ortschaft und das Widerstandsnest wurden bis 11:15 gründlich gesäubert. Dennoch hielt das Scharfschützenfeuer bis 18:00 an. Nach Einnahme des Widerstandsnests setzte die B-Kompanie ohne den 6. Zug nach Tailleville vor.

Die C-Kompanie des Major Daughney

Die C-Kompanie kam mit der zweiten Welle, die wenige Minuten nach der A- und B-Kompanie landete. Eine Quelle berichtet, dass die Reserve-Kompanien um 09:45 landeten. Die Züge stießen durch die zwei Breschen im Drahtverhau vor. Nach einer Besprechung mit dem Kompaniechef arbeiteten sich die Züge in Richtung Kirche und Friedhof von Saint-Aubin-Sur-Mer vor.

Mit dem Erreichen der Hauptstraße zogen sie am Bahnhof vorbei, die D-Kompanie zurücklassend, zur Kirche vorstoßend, wo sie zwei Gruppen von Panzern antrafen. Die Paks stießen ebenfalls hinzu. Die Kompanie stieß dann zusammen mit ihren Unterstützungstruppen in Richtung Tailleville vor. Dabei schwärmten die Soldaten in den Feldern aus, ein Zug zur Rechten und ein Zug zur Linken.

Mit Panzer-Unterstützung und trotz Verluste durch Mörser stieß die Kompanie vor und besetzte einen Bauernhof, der die Straße nach Tailleville kontrollierte. In Tailleville waren ein Bataillonshauptquartier und eine Kompanie des 736. Grenadier-Regiments stationiert. Um 20:10 – nach sechs Stunden Gefecht – nahm die C-Kompanie schließlich Tailleville und machte über 60 Gefangene. Eine Kompanie folgte der C-Kompanie und riegelte den Südrand von Tailleville ab.

Die D-Kompanie des Major J. Ernest Anderson

Die D-Kompanie kam ebenfalls mit der zweiten Welle. Trotz Schwierigkeiten an manchen Stellen, säuberten sie dieRest von Saint-Aubin, einschließlich des Bahnhofs und dessen Umgebung. Neben anderen Verteidigungsanlagen zerstörten sie einen Bunker und eine 7,5-cm-Geschützstellung mit Mörserfeuer.

Die Unterstützungskompanie des Captain C. C. Gammon

Nach den Aufzeichnungen war die Unterstützungskompanie mit Paks ausgestattet. Eine Pak zerstörte einen Bunker in der Mitte eines 100-m-Küstenstreifens. Da dies direkt nach der Landung geschah, war dies vermutlich im Bereich der A-Kompanie. Später nahm die Unterstützungskompanie Kontakt mit der D-Kompanie am Bahnhof auf, vereinte sich dann mit der C-Kompanie auf ihrem Vorstoß von der Kirche in Saint-Aubin-Sur-Mer zu dem Bauernhof, welcher die Straße nach Tailleville beherrschte. Paks werden auch als Unterstützung des Vorstoßes der B-Kompanie durch Saint-Aubin-Sur-Mer erwähnt.

Der Carrier-Zug des Captain J. A. Currie

Der Carrier Zug landete landete zusammen mit Pionier-Jeeps und -Fahrzeugen der 3. Kanadischen Infanterie-Division. Ein Trupp Carrier stieß an Alleenvor, um dem Angriff der B-Kompanie Feuerschutz zu geben.

Abschluss des Tages

Um 22:00 hatte das North Shore Regiment eine gute Verteidigungsposition erreicht. Die B-Kompanie lag im Osten und Süden von Saint-Aubin-Sur-Mer. Die D-Kompanie lag im Osten von Tailleville mit der A-Kompanie am Südrand der Ortschaft und die C-Kompanie in der Mitte. Das North Shore Regiment erlitt am 6. Juni 125 Verluste.

Die C-Kompanie der Fort Garry Horse

Wie bereits erwähnt führte die rauhe See dazu, dass die 16 Sherman Duplex Drive „DD“ der C-Kompanie der Fort Garry Horse einige Minuten nach der angreifenden Infanterie landeten. Sie verloren drei Panzer durch Feindfeuer. Sie feuerten vom Strand, da sie auf die gepanzerten Fahrzeuge warteten. AVRE der Royal Engineers sollten Pfade durch die Minenfelder schlagen. Nach einiger Zeit gaben die Shermans das Warten auf und stießen durch das Minenfeld vor. Dabei verloren sie drei weitere Panzer. Die verbliebenen Panzer arbeiteten eng mit der Infanterie zusammen. und Saint-Aubin-Sur-Mer kam sehr schnell unter ihre Kontrolle – mit Ausnahme des Widerstandsnests.

Die 5-cm-Pak des Widerstandsnests knackte während des Angriffs einige der Panzer. Zwei weitere Panzer der C-Kompanie und ein AVRE zerstörten dann die 5-cm-Pak. Eine deutsche Stellung hielt in der Stadt den ganzen Tag allen Angriffen stand. Erst ein Angriff von Sergeant Walterson mit seinem Panzer zwang den Feind zur Aufgabe. An diesem Tag erlitt das Regiment 25 Verluste.

Das Szenario

Das Szenario bildet den Versuch der A- und B-Kompanie des North Shore Regiment ab, die Ortschaft und das Widerstandsnest einzunehmen und den Versuch der A-Kompanie zu ihren westlichen Nachbarn aufzuschlie0en.

Karte

Die Karte wird in Kürze nachgeliefert…

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Hauptmerkmale sind:

  • Das Gefechtsfeld wird in vier Zonen aufgeteilt:
    • Widerstandsnest WN 27
    • Kirche
    • Bahnhof
    • Strand
  • Kirche und Bahnhof geben zwei der Zonen ihren Namen – und sind gleichzeitig auch besondere Ziele im Gelände. Beide sind Sektorgebäude
  • Fünf Bunker (1 Trupp), vier davon zählen zum Widerstandsnest WN 27:
    • Befehlsbunker (Bunker “Com” ).
    • Kasematte für die 5-cm-Pak (Bunker “50”)
    • 2 Tobruks für sMG (Bunker “MG”)
    • Bunker im Gelände (Bunker “Field”).
  • Häuser – eine Menge.
  • Eine gedachte Linie am Widerstandsnest WN 27:
  • Felder im Süden und Westen außerhalb der Ortschaft
  • Die Strandmauer (dicke schwarze Linie)
  • Die Strandzone wurde aufgeteilt in Bereiche für Bewegung und Minenfelder. Diese Bereiche bieten keinen Schutz.
  • Hecken – keine Bocage. Sie sind passierbar für Fahrzeuge, bieten schützende Deckung und unterbrechen die LOS (Sichtlinie)

Spielvorbereitungen

Bevor das Spiel beginnt:

  1. Der deutsche Spieler notiert verdeckt, welche Häuser im Bahnhofsbereich und im Kirchenbereich Zugang zu den Verbindungstunneln haben.
  2. Der deutsche Spieler notiert verdeckt, wo der vorbereitete Feuerschlag am Strand einschlagen wird
  3. Der kanadische Spieler notiert verdeckt, wo der vorbereitete Feuerschlag einschlagen wird
  4. Der deutsche Spieler notiert verdeckt die Lage aller getarnten Unterstände und Befestigungsanlagen. Dann platziert er offen alle sichtbaren Unterstände und Befestigungsanlagen.
  5. Der kanadische Spieler führt den vorbereiteten Feuerschlag aus.
  6. Der kanadische Spieler stellt seine Truppen auf dem Gelände auf.
  7. Der deutsche Spieler führt den vorbereiteten Feuerschlag aus.

Der deutsche Spieler (in Verteidigung)

Ziel

Halten des Widerstandsnests WN 27, der Kirche und des Bahnhofs für 3 Stunden.

Verfügbare Streitkräfte

Die 9. Kompanie des 736. Grenadier-Regiments der 716. Infanterie-Division.

CC (+1)
3x Schützenzug mit Zugführer (+1)
1x sMG
1x 5-cm-Pak-Bunker mit Kasematte zur See hin. (Bunker „50“)
2x sMG in Tobruk (Bunker „MG“)

1 x FO als 10-cm-Tschechen-Haubitze „von außerhalb“

Moral: Grün
Befehl und Führung: Wie die Commonwealth Kräfte.

1 Trupp pro Zug hat eine Panzerbüchse (Steven hat keine Erwähnung von Panzerfäusten am 6. Juni gefunden, jedoch wurden panzerbrechende Geschosse erwähnt).

Festungsanlagen

1 Panzerabwehrmauer zur See
5 Bunker (siege Karte)
6 Schützengräben (im Widerstandsnest WN 27)
16 Vierfach-Drahthindernisse
8 Vierfach-Panzerhindernisse
8 Vierfach-Mindenfelder

Aufstellung

Stellt zuerst auf.

Alle Befestigungen aus der Karte sind sichtbar (Bunker und Mauer zur See). Alle Schützengräben und Drahtverhaue sind sichtbar. Minenfelder können verborgen sein oder nicht, ganz nach Wahl des Spielers. Alle anderen Gefechtsstände und Befestigungen werden verborgen aufgestellt.

Alle Gräben müssen innerhalb der Zone des Widerstandsnests WN 27 liegen. Drahthindernisse, Panzersperren und Minenfelder können in jeder beliebigen Zone aufgestellt werden. Panzersperren können nicht zusammenhängend aufgestellt werden. Eine Lücke mit einer Breite von mindestens 4 Bases muss bestehen.

Deutsche Gefechtsstände müssen in den folgenden Zonen aufgestellt werden: Widerstandsnest WN 27, Kirche, Bahnhof. Mindestens 1 Zug muss in jeder der Zonen aufgestellt werden. Neben den Bunker-MG und dem 5-cm-Pak-Bunker darf maximal ein Trupp/sMG aus jeder Zone eine direkte Sichtlinie/LOS zum Strand haben.

Verstärkungen

Deutsche Verstärkung kommt um H+90 und gelangt über die südliche Geländekante ins Spiel. Die Art der Verstärkung wird mit einem W6 bestimmt.

W6VerstärkungenHerkunftseinheit
1-31x Schützenzug mit Zugführer (+1)3. Kompanie/736. Grenadier-Regiment, 716. Infanterie-Division
41x sMG
1x FO für 81-mm-Mörser-Feuer „von außerhalb“
8. Kompanie/736. Grenadier-Regiment, 716. Infanterie-Division
51x BC (+2)
1x lMG
1x FO für 12-cm-Mörserfeuer „von außerhalb“
1x 7,5-cm-Infanteriegeschütz, mit optionalem Zugmittel
Battaillonsstab/736. Grenadier-Regiment, 716. Infanterie-Division
61x Marder I (7,5-cm-Pak)Panzerjäger-Bataillon, 716. Infanterie-Division

 

Eine zweite Verstärkung kommt um H+100 an. Wenn die erste Verstärkung eine 4, 5 oder 6 war (also kein Schützenzug), dann ist die zweite Verstärkung immer ein Schützenzug. Andernfalls wird die zweite Verstärkung erwürfelt.

Moral: Grün
Befehl und Führung: Wie die Commonwealth Kräfte.

Der kanadische Spieler (Angriff)

Ziel

Einnahme des Widerstandsnests WN 27, der Kirche und des Bahnhofs innerhalb von 3 Stunden. Zusätzlich muss Verbindung zu den Nachbarn bei Bernieres-sur-Mer geschaffen werden.

Verfügbare Streitkräfte

North Shore Regiment:

2x Schützenkompanien(A- & B- Kompanie)

1 Trupp / Schützenzug hat eine PIAT.

Das North Shore Regiment hat die Struktur („orbat“) eines britischen Schützenregiments und zählt als „Regular“.

Aufstellung

Beginnt das Szenario mit Initiative. Alle Truppen stellen sich sichtbar in der Strandzone auf.

Verstärkungen

Alle alliierten verstärkungen kommen auf dem Gelände in Wellen aus dem Norden an. Die Reihenfolge der Wellen bildet die Reihenfolge in welcher sie historisch ankamen ab. Sie erscheinen an der Geländekante oder Seekante, unterliegen keinem „Reactive-Fire“ / Gegenfeuer wenn sie erscheinen. „Reactive-Fire“ / Gegenfeuer ist erlaubt, wenn sie sich von ihrer ursprünglichen Position fortbewegen.

Die Tabelle gibt die Umfänge jeder Welle an. Welle 2 kommt auf eine 5+ zu Beginn einer jeden eigenen Initiative nach der ersten. Um Welle 3 wird gewürfelt, nachdem welle 2 auf dem Gelände angekommen ist, und so fort.

WelleAnkunftszeitUmfangEinheit
2H+104x Sherman Duplex Drive „DD“C Kompanie, 10. Kanadisches Panzerregiment (Fort Garry Horse)
3H+201x AVRE mit Dreschflegel26. Sturmkompanie Royal Engineers
4H+401x Bren Carrier des Carrier Zugs
1x FO und 3-Zoll-Mörser mit Zugmittel
1x 6-Pfünder-Pak mit Zugmittel
North Shore Regiment

Siegbedingungen

Basis sind die Gelände- Ziele.

Das Spiel endet nach drei Stunden Spielzeit (H+180). Zu diesem Zeitpunkt werden die Siegpunkte gezählt. Jede Seite erhält Siegpunkte für die Kontrolle von:

  • Widerstandsnest WN 27, besonders:
    • Kommandobunker (1 Siegpunkt)
    • Kasematte mit der 5-cm-Pak (1 Siegpunkt)
  • Kirche (1 Siegpunkt)
  • Bahnhof (1 Siegpunkt).

Kontrolle bedeutet, dass der Spieler der letzte war, der in dem Bereich einen Gefechtsstand hatte, der auch nicht durch den Feind angegriffen wurde. Der deutsche Spieler kontrolliert zu Beginn des Spiels alle Bereiche, auch wenn diese keinen Gefechtsstand aufweisen.

Zum Schluss erhält der kanadische Spieler einen Siegpunkt, wenn er einen Zug ( Zugführer und alle Trupps ) aus dem westlichen Sektor zur Geländekante „Berniers-Sur-Mer“ verlassen lässt. Andernfalls erhält der deutsche Spieler einen Siegpunkt.

Eine Seite erhält den „großen Sieg“ wenn sie die Maximalzahl der möglichen Siegpunkte erhält.

Spezialregeln des Szenario

  • Sonderregel: Minuten sind aktiv. Die Uhr rückt W6 Minuten vor am Ende einer jeden deutschen Initiative. Das Spiel endet, wenn die Uhr 180 Minuten zeigt (H+180).
  • Behandle Bren carrier des Carrier Zugs als mit sMG ausgerüstete Fahrzeuge. Sie erhalten keine eigenen Gefechtsstände für Gewehre.
  • Es gibt 5 1-Trupp-Bunker auf dem Gelände.
    • Jeder Bunker hat Schießscharten nach einer, zwei oder drei Seiten – festgelegt durch die Schießscharten auf dem Bunker auf der Karte.
    • Der Kommandobunker (“Com”) und der Bunker im Gelände (“Field”) haben jeweils eine Tür – angedeutet durch die schwarze Tür auf dem Bunker in der Karte.
    • Der Bunker “50” führt eine 5-cm-Festungs-Pak. Die Pak kann in drei Richtungen schießen, jedoch nicht zur See hin. Die Pak kann während des Spiels nicht bewegt werden. Wurde der Bunker zerstört, kann er nicht erneut besetzt werden.
    • Die zwei Bunker “MG” besitzen ein sMG. Anders als gewöhnliche sMG in einem Gebäude haben diese 360° Schusswinkel. Sie können sich nicht während des Spiels bewegen und wenn zerstört, kann der Bunker nicht erneut besetzt werden.
  • Tunnel werden benutzt.Deutsche in Gebäuden oder Gräben können sich in ein anderes Gebäude oder andere Gräben zurückziehen ohne dass sie dazwischen unter Feuer genommen werden können, auch wenn der feind eine Sichtlinie (LOS) zum Bewegungspfad hat. Die Bewegungsposition kann zu Beginn und am Ende der Bewegung beschossen werden – wie gewöhnlich. Deutsche Truppen können keine Tunnel dazu benutzen um in ein gebäude zurückzukehren, sobald dieses von alliierten Truppen besetzt wurde. Die Position muss in der gleichen Zone beginnen und enden, mit Ausnahme der Kommunikationstunnel weiter unten.
  • Es gibt auch Kommunikationstunnel zwischen Zonen. Ein Gebäude im Kirchenbereich, ein Gebäude im Bahnhofsbereich und der Bunker „Com“ sind Verbindungspunkte. Normale Bewegungen und Rückzugsbewegungen sind entlang dieser Tunnel erlaubt. Tunnel sind aufgegeben und können nicht erneut genutzt werden, sobald die Alliierten ein Ende erobert haben.
  • Die Strandmauer ist vergleichbar mit einer Klippe. Positionen auf der Kante können den Strand einsehen (wechselseitig). Positionen hinter der Mauer können nicht den Strand einsehen. Infanteriepositionen bewegen sich über die Strandmauer wir gewöhnliche Einheiten. Fahrzeuge können die Mauer nicht überqueren.
  • Schützentrupps können Drahthindernisse durchschneiden. Ein Schützentrupp kann einen W6-Wurf ausführen, wenn eine der folgenden Bedingungen vorliegt: die Position berührt oder befindet sich im Drahthindernis, die Position ist fest, wird nicht niedergehalten und schießt nicht für eine ganze Initativ-Phase. Der Draht wird bei 5+ durchschnitten. Mehr als ein trupp eines Zugs kann versuchen, das gleiche Drahthindernis in der gleichen Initiative zu durchschneiden. In diesem Fall wird ein erfolgreicher Durchschneideversuch als Erfolg für alle gewertet. Das Durchscheniden ist eine Erfolgreiche Handlung, der Fehlschlag gibt die Initiative weiter.
  • Das Minenfeld greift Figuren mit 3 W6 statt der normalen 4 W6 an. Es gelten normale Faktoren gegen Panzer.
  • Panzersperren sind für Fahrzeuge unpassierbar und geben keine Deckung.
  • Dreschflegelpanzer säubern das Minenfeld indem sie hindurchfahren. Sie sind dabei nicht an das Minenfeld angebunden.
  • Der kanadische Spieler erhält 6 vorbereitete Feuerschläge. Diese dürfen an beliebiger Stelle auf dem Gelände niedergehen.
  • Der deutsche Spieler erhält 4 vorbereitete Feuerschläge. Diese können nur in der Strandzone niedergehen.
  • benutze Planned Operational Zones für Multi-Player. Die Deutschen erhalten einen gesonderte CC (+1). Operationszonen müssen nicht mit Aufstellzonen auf der Karte übereinstimmen.

Hinweise

  • Es gab keinen Punkt um den Angriff auf den Strand abzubilden. Wer Landungsboote mag, der lese Waterborne Regeln.
  • Der Rest des North Shore Regiment wird hier ignoriert. Obwohl sie während der Schlacht eintrafen, spielten sie bei der Einnahme der Ortschaft keine Rolle.
  • Die Kanadier waren durch das plötzliche Auftauchen der Deutschen verwirrt und fanden die Tunnel erst viel später.
  • Minenfelder repräsentieren echte Minenfelder und wenn im Gebäude untergebracht auch Sprengfallen. Sie zeigten sich nicht sehr wirksam gegen Infanterie. Jedoch schaltete das Minenfeld am Strand drei der 13 panzer aus, die es durchqueren wollten.
  • Die kanadische Infanterie benutzte Drahtscheren und Bangalore Torpedos um die Drahthindernisse zu zerstören.
  • Es ist britische Gewohnheit, ein separates MG-Bataillon zu haben, welche Kompanien an an Schützenbataillone zuweist. Allem Anschein nach taten die Kanadier dies auch. Die 3. Kanadische Infanterie-Division hatte ein MG-Bataillon, das The Cameron Highlanders of Ottawa. Da diese Einheit nicht bei Saint-Aubin-Sur-Mer erwähnt wird, geht Steven davon aus, dass die Einheit an diesem Tag nicht beim North Shore Regiment aktiv war.

Einige weitere Fragen stellte sich Steven zu diesem Szenario – es ist ja immer noch ein Entwurf:

  • Können die Kanadier ihren Weg über den Strand freikämpfen ohne zuviele Verluste zu haben? Besonders:
    • zuviele Deutsche, die den Strand bestreichen?
    • zuviele Minen?
    • zuviele deutsche PPB?
    • zuviele Bunker?
    • können die Deutschen die See bestreichen und die Kanadier blockieren?
  • Können die Deutschen einen guten Kampf führen? Haben sie genug Kräfte für eine gute Verteidigung? Die Kanadier haben zwei Kompanien plus Unterstützung. Die Deutschen haben nur eine Kompanie.
  • Ist der 5-cm-Pak-Bunker bedrohend genug? Kann er Panzer knacken bevor er ausgeschaltet wird?
  • Sind die Bunker MG zu stark? Besonders bei 360° Schusswinkel.
  • Gab es wirklich keine kanadischen sMG im Einsatz?
  • Sind Tunnel zu heftig oder sind sie nutzlos?

Referenzen

Encyclopaedia Britannica

Geschichte und Interaktive Karten.

Hastings, M. (1984).

Overlord: D-Day and the Battle for Normandy 1944. Papermac.
Juno Beach – The Canadian Landings On D-Day
North Shore Regiment

Rumford, C. (n.d.) Juno Beach.

Rapid Fire! Campaign Guide: D-Day 6th June 1944. (p. 44-51).

SpearHead, France ’44: 3rd Canadian Infantry Division

The Victory Campaign

Veterans Affairs Canada

Wikipedia: Juno Beach

Das wars…

Sturmi.

Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, aktuell spielt er "Poor Bloody Infantry/PBI", "Geile Scheiße", "DBMM", "ARMATI", "SAGA" und "Bolt Action"

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