„Roter Oktober“ #12: wie bemalt man Industriehallenboden?

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Die Farbgebung des Bodens einer Industriehalle hat mich über fünfzig Jahre lang NICHT beschäftigt – und das war gut so. Denn jetzt, wo das Thema ansteht, schießen mir so einige Fragen quer durch den Kopf. Öl und Schmutz, Dreck und Zeug… all das muss drauf, denn sauber iss nich, schon gar nich in Russland in Shturmigrad. Aber den Revell-Farbcode für „Schmodderbeton“ kenne ich leider nicht und so musste denn eine Beratungssession mit Doncolor her, um dem Farbproblem zu Leibe zu rücken. Bei streng traditionellem Gulasch und Klößen wurde das Problem thematisiert und erörtert und gegen 00:32 Uhr dann konnten auch „konkrete Handlungsvorschläge erarbeitet“ werden, wie man so schön sagt.

Erste Versuche

Wer meine Malunterlage, das 4cm dicke Styrodurmonster mit seiner Farbschicht aus tausendundeiner Bemalsession kennt, der hat ein Bild von meinem Ziel. Solche Farbschichten wollte ich auftragen, aber wie man den nachfolgenden Bildern entnehmen kann, kam da so allerlei Stümperhaftes dabei heraus.

Erste Gehversuche mit Schmutz auf dem Boden von "Roter Oktober"

Erste Gehversuche mit Schmutz auf dem Boden von „Roter Oktober“

Der Black Wash hält, was er verspricht. Der Weiße Riese ist nicht sein Freund...

Der Black Wash hält, was er verspricht. Der Weiße Riese ist nicht sein Freund…

Neuer Versuch: wieder Industriegrau drauf, Trocknen und dann... eine dünne schwarze Lasur...

Neuer Versuch: wieder Industriegrau drauf, Trocknen und dann… eine dünne schwarze Lasur…

Die dünne schwarze Lasur arbeitet die feinen Strukturen aus der  Bodenplatte heraus.

Die dünne schwarze Lasur arbeitet die feinen Strukturen aus der Bodenplatte heraus.

Auch andernorts wirkt es schon recht industriell...

Auch andernorts wirkt es schon recht industriell…

Eine weitere Schicht aufgetupfte schwarze Lasur  bringt ölige Schmutzspuren auf den Beddong.

Eine weitere Schicht aufgetupfte schwarze Lasur bringt ölige Schmutzspuren auf den Beddong.

Noch etwas Maschinenöl...

Noch etwas Maschinenöl…

Unglück im Glück, oder wenn es dem Esel zu wohl wird

Die letzten Fotos zeigen den letzten Zustand des Hallenbodens. Der hätte so eigentlich gut sein können, aber dann hatten wir gegen kurz nach Mitternacht noch ein paar Ideen, wie man „noch mehr rausholen“ kann. Als Erstes haben wir den industriellen Charme rausgeholt, aus der Halle. Im Ergebnis stand dann fest, dass es einen neuen Anlauf brauchen würde.

Neuer Anlauf mit etlichen Learnings

Was passiert nun? Neue Grundfarbe „Industriegrau“ overall. Dann nen fetten schwarzen Wash drauf, trocknen lassen. Dann ganz simpel mit Revell „Mittelgrau“ trockenbürsten. Und gut ist.

Tja, hätte man früher haben können… Aber so ist die Welt…

Der schwarze Wash fördert nochmal alle Unebenheiten der Betonsockelplatte zutage.

Der schwarze Wash fördert nochmal alle Unebenheiten der Betonsockelplatte zutage.

Das Trockenbürsten lässt nur sehr wenig vom Schwarz zurück.

Das Trockenbürsten lässt nur sehr wenig vom Schwarz zurück.

Erhabenheiten sind für mich hinreichend herausgearbeeitet

Erhabenheiten sind für mich hinreichend herausgearbeeitet

Die beiden Betonstraßen zur Halle hin werden mit einem Wash von der Revell 314 "Beige" überzogen. Das soll ein wenig Staub aufbringen.

Die beiden Betonstraßen zur Halle hin werden mit einem Wash von der Revell 314 „Beige“ überzogen. Das soll ein wenig Staub aufbringen.

Der anderen Betonstutzen kriegt das auch ab.

Der anderen Betonstutzen kriegt das auch ab.

Insgesamt kommt noch ein Hauch von rostbraunem Moder drüber. Fast nicht sichtbar, aber sofort spürbar.

Insgesamt kommt noch ein Hauch von rostbraunem Moder drüber. Fast nicht sichtbar, aber sofort spürbar.

Die Betonzufahrten werden noch mit der 314er Beige trockengebürstet.

Die Betonzufahrten werden noch mit der 314er Beige trockengebürstet.

Die zweite Zufahrt ebenfalls. Gerechtigkeit muss sein!

Die zweite Zufahrt ebenfalls. Gerechtigkeit muss sein!

Herantasten an die Gleise

Das Einfärben der Gleise ( Schiene nebst Schwellen und Schotterbett ) ist mir schon länger ein Greuel. Allerdings rührt die Abneigung daher, dass ich das bisher noch nicht gemacht habe. Von Doncolor habe ich den Tipp aufgeschnappt, dass man den Schotter mit Mittelgrau grundiert und später mit schwarzer Lasur mit „Tiefe“ ausstattet. Alla guud, dann mache mer des so. Und die Schwellen und Schienen benötigen „Lederbraun“. Auch dieser Wunsch kann erfüllt werden.

Hier die ersten beiden Schritte beim Betreten von bahntechnischem Neuland.

Erste Arbeiten am Gleis: der Stahl wird mit wässriger "Lederbraun" grundiert.

Erste Arbeiten am Gleis: der Stahl wird mit wässriger „Lederbraun“ grundiert.

Das Schotterbett wird mit "Mitttelgrau" grundiert.

Das Schotterbett wird mit „Mitttelgrau“ grundiert.


Bildnachweis: © alle schwarzer.de



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Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das Spielsystem "Behind-Omaha", er ist jedoch nicht festgelegt.

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