Am Ufer der Wolga: 2 Geländemodule 15cm x 30cm

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Die Erscheinung der Wolga auf einem Geländemodul in Baugröße 15mm bis 20mm einfangen zu wollen, ist ein schwieriges Unterfangen. Die Wolga ist stellenweise 2 Kilometer breit und das äußert sich auch im Uferbereich. Da ist einfach alles größer dimensioniert. Was davon bringt man auf einem Ufersegment für eine Spielplatte in der Größe 15cm x 30cm unter?

Das Wolgaufer

Wenn wir den Namen mal nur als Arbeitstitel nehmen und uns nicht zu sehr daran klammern, dann sollten wir eine reelle Chance haben, etwas hübsches zustande zu bringen. Wenn ich mir in meinem Kopf „Wolgaufer“ vorstelle, dann kommt da für mich die Weite des Landes auf, welche durch den Fluss unterbrochen wird. Da steckt auch drin, dass ob der Breite des Flusses, dieser am Ufer eher seicht sein wird, in Flussmitte dafür eher tief.

Wer ein wenig über die Wolga nachliest, erfährt, dass der Fluss bis zu 26m tief sein kann. Am Oberlauf sind es oft nur 0,7m, im Mittellauf jedoch nur etwas über einen Meter und am Unterlauf 1,5m Tiefe. Der Fluss führt sehr viel Sand mit sich und wird von Jahr zu Jahr seichter. Für uns Winterspieler interessant: die Wolga ist etwa 200 Tage im Jahr eisfrei. In manchen Regionen wie in den Gouvernements Kostroma, Jaroslaw und Kasan sind es sogar nur 152 Tage.

Sehr bekannt sind die Perekaty. Das sind flache Durchquerungen des Flusses, die der Schifffahrt ein Greuel sind, uns Panzerfahrern jedoch eine Chance bieten…

Zurück nach Unikornien

Nach diesem kleinen Auflug in die Welt der Heimatkunde kommen wir wieder zurück zu Styrodur und Bastelmesser.

Schon länger wollte ich nach meinen Erfahrungen mit dem Knüppeldamm auch mal in gleicher Manier eine Uferregion eines Flusses aufbauen. Ufer mit viel Gras, einen seichten Fluss, an dessen Uferbereich man im Wasser den Boden des Flusses erkennen kann. Und wie schon beim Modul „Knüppeldamm“ wollte ich hier nicht plastisch die Tiefe herausarbeiten, sondern die Tiefe durch die Bemalung der Oberfläche entstehen lassen.

Planung der Module

Die Module (wir reden von zwei gleichgroßen Modulen!) sollen wahlweise längs aneinandergelegt werden können für einen 15cm x 60cm langen Uferbereich oder gegeneinander für ein 30cm x 30cm großes Stück Fluss mit beiderseitigen Niederungen. Für eine Spielplatte würde man den Fluss an der Seite platzieren als ungewöhnlichen Geländeabschluss. Für die Spielfeldmitte bin ich noch unsicher, wie man das handhaben sollte. Unsere Erfahrungen in der Frankenbattle sind gemischt. Ein Fluss hemmt eher das dynamische Spiel und verleitet zum ausschließlichen Einsatz von Artillerie.

Doch die beiden Module sollen mir als Studie dienen. Wenn es schief läuft fliegt die Wolga in die Tonne. Wenn es funzt, wird es mehr davon geben. Mehr kann dann ein Flussegment in der Mitte ohne Uferpartie bedeuten. Mehr kann weitere Ufersegmente bedeuten, auch mal eines mit einer Einmüdung eines Seitenarmes oder eines kleinen fließenden Gewässers. Mehr kann auch ein Set von Modulen mit Perekaty, den flachen Flussdurchquerungen bedeuten.

Die Module sollen in ihrer Längsmitte den Übergang von Uferwiese zum Wasser haben. Eines der beiden Module soll landeinwärts eine „Einkerbung“ aufweisen, ein Stück, das tiefer im Erdreich eingelassen ist und ohne Grasbewuchs flach zur Wolga hin ausläuft. Die Uferpartie soll grasbewachsen sein. Der „dicke“ Grasbewuchs soll auch plastisch ein höheres Niveau der Uferpartie gegenüber dem Wasserspiegel erkennen lassen. Es werden nur 2-3mm sein, doch nach meinen Einschätzungen sollte es für den „höher“-Effekt ausreichen.

Die Grundlage: Erdfarbe und 314er Beige

Das Gras unterfüttere ich nur mit Grundfarbe Revell Aquacolor Erdfarbe. Dies ist mir wichtig, wenn durch die Grasmatte später der Untergrund durchschimmern will, dann sollte es wenigstens in der passenden Farbe geschehen.

Der Gewässerbereich wird von mir mit Revell Aquacolor 36314 Beige grundiert. Auf die Farbe bringe ich einige Kleckse Strukturpaste auf, welche aus dem Fluss herausragendes Erdreich darstellt. So ein bissle Perekaty etwa. Die Strukturpaste wird auch mit dem 314er Beige behandelt, nach dem Trocknen mit einem Wash von Revell Aquacolor 36184 Lederbraun abgetönt. Nach dem Trocknen werden die „Inseln“ mit dem 314er Beige trockengebürstet.

Kürzlich hatte ich ja mit den Arbeiten begonnen und einen ersten Stand erreicht. Nun ging es weiter.

Die grundierten Geländestücke haben hier bereits mehrere Schichten Lasur aus Bronzegrün erhalten. Es muss aber noch etwas dichter werden.

Die grundierten Geländestücke haben hier bereits mehrere Schichten Lasur aus Bronzegrün erhalten. Es muss aber noch etwas dichter werden.

Das Wolgaufer wird: Jetzt ist es dicht genug. Das Wasser hat die richtige Farbe, die seichten Stellen sind gut erkennbar.

Das Wolgaufer wird: Jetzt ist es dicht genug. Das Wasser hat die richtige Farbe, die seichten Stellen sind gut erkennbar.

Problemzonen (Pfeil) sind die Übergangsbereiche zwischen "Inseln" und Wasseroberfläche. Hier sammelt sich immer viel Farbpigment und droht anzutrocknen. Es muss mit Papiertaschentüchern weggetupft werden. Die "Einkerbung" am Festland ist auh erkennbar (Pfeil). Hier wird gleich mit der Lasur Lederbraun gearbeitet und Struktur aufgebracht.

Problemzonen (Pfeil) sind die Übergangsbereiche zwischen „Inseln“ und Wasseroberfläche. Hier sammelt sich immer viel Farbpigment und droht anzutrocknen. Es muss mit Papiertaschentüchern weggetupft werden. Die „Einkerbung“ am Festland ist auh erkennbar (Pfeil). Hier wird gleich mit der Lasur Lederbraun gearbeitet und Struktur aufgebracht.

Die Lasur entfaltet Eigenleben. Man wird mehrmals drübergehen und zwischen den Durchläufen trocknen lassen müssen

Die Lasur entfaltet Eigenleben. Man wird mehrmals drübergehen und zwischen den Durchläufen trocknen lassen müssen

Die Wasseroberfläche

Die Wasseroberfläche ist nichts anderes als schichtweise aufgetragene Lasuren mit Revell Aquacolor Bronzegrün. Rund um die „Inseln“ wird die Lasur weniger intensiv aufgetragen, sodass der seichte Bereich die 314er Beige stark durchscheinen lässt. So wirkt es dort wie ein aus der Tiefe ansteigender Boden, der sich schließlich als „Festland“ aus dem Wasser erhebt.

Die Wasseroberfläche (nicht die „Inseln“) wird final mit glänzendem Klarlack überzogen. So wirkt die Wasseroberfläche auch tatsächlich wässrig. Die plastische Wirkung entsteht am Ufer und rund um die „Inseln“ durch die angedeuteten seichten Stellen.

Hier wurde der glänzende Klarlack aufgetragen. Er muss noch trocknen.

Hier wurde der glänzende Klarlack aufgetragen. Er muss noch trocknen.

Noch ist das Endergebnis nur schwer vorstellbar.

Noch ist das Endergebnis nur schwer vorstellbar.

Soviel für heute zum Bau der beiden Geländemodule „Ufer der Wolga“. In einer Woche seht ihr, wie das Ufer fertig wird.

Stay tuned!

Sturmi


Bildnachweis: © alle schwarzer.de

Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, aktuell spielt er "Poor Bloody Infantry/PBI", "Geile Scheiße", "DBMM", "ARMATI", "SAGA" und "Bolt Action"

2 Kommentare

  1. Bei der Arbeit.., wirstDu dass bestimmt NICHT wegwerfen…! Schlimmstenfalls schickst Du es der KRV (Käfertaler Resteverwertung“.., die pfriemeln dann weiter…..

  2. Hier verkommt nix. Nicht mal ein Kettenkrad… Übrigens bin ich grade in Monnem. Werde nachher mal anklopfen.

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