Roter Oktober #29: Hallentore für die Maschinenfabrik

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„Was macht der Sturmi um die Hallentore für ein Aufhebens? Die sind doch beim Lokschuppen schon dabei gewesen.“ – so möchte man es unken hören. Ich werde jetzt aber mal rasch alle Unken tunken, denn die Hallentore der lieben Vollmer Lokschuppen sind ein netter Anfang, aber so richtig maschinenfabrikig sind die nicht wirklich. Erfahrt daher jetzt mehr über die Heldentaten des Rittmeisters von Stürmisch im Kampf gegen die Widrigkeiten des Modellbaus.

Das gemeine Hallentor: Einfach zu kurz gedacht!

Was hätte es die Modelleure von Vollmer gekostet, für die Hallentore ihrer Lokschuppen (speziell für den von mir verwendeten „Vollmer 5752 H0 Lokschuppen 2-ständig“) hinreichend lange Torflügel zu designen und beizulegen? Nicht sooo viel!

Unter den Flügeln der Hallentore des "Vollmer 5752 H0 Lokschuppen 2-ständig" ist viel Platz. Zu viel...

Unter den Flügeln der Hallentore des „Vollmer 5752 H0 Lokschuppen 2-ständig“ ist viel Platz. Zu viel…

Unter den Flügeln der Hallentore des "Vollmer 5752 H0 Lokschuppen 2-ständig" können ganze Panzer durchfahren, so wie hier die "Hummel", die 15 cm schwere Panzerhaubitze 18/1 auf Fahrgestell Panzerkampfwagen III/IV (Sf) (Sd.Kfz. 165) - hier als 6mm/1:285 Modelle von GHQ.

Unter den Flügeln der Hallentore des „Vollmer 5752 H0 Lokschuppen 2-ständig“ können ganze Panzer durchfahren, so wie hier die „Hummel“, die 15 cm schwere Panzerhaubitze 18/1 auf Fahrgestell Panzerkampfwagen III/IV (Sf) (Sd.Kfz. 165) – hier als 6mm/1:285 Modelle von GHQ.

Der Modellbahner hätte die kurze Variante mit Aussparung für das Modellbahngleis genutzt und der Industrieanlagenbastler hätte die lange Variante gehabt, mit der er gute Industriehallen hätte gestalten können. Aber wie so oft auf dieser Welt denken die Menschen eine Sache einfach nicht zu Ende.

Verlängern der Hallentore mit Plastic Sheet

Genug gelästert! Jetzt geht es um die Lösung für das Problem, was mir andere aufgehalst haben. Mein Lieblingszauberstab „Strukturpaste“ wird sich hier leider nicht bewähren können. Ein anderes, oft genutztes Hilfsmittel ist das Plastic Sheet, ein knapp einen Millimeter dickes Stück Kunststoff, welches man mühelos mit einer Schere zurechtstutzen kann, wie man es grade braucht. Formbar, servil, verfügbar. So haben wir unsere Helferleins gerne.

Ich nahm genau Maß und ermittelte den Ergänzungsbedarf unter dem Torflügel. Ich nahm ein klein wenig mehr Höhe als nötig, um dann auf exakte Länge abschleifen zu können. Das geht nämlich leichter, wie verlängern…

Mittels eines Papierschneiders schnitt ich einige Streifen auf sehr exakte Breite vom Plasticsheet ab. Aus diesen Streifen schnibbelte ich dann mit der Bastelschere die kleinen Plastikstücke, die im nächsten Schritt unter die Flügel der Hallentore geklebt werden würden.

Ich vergaß: Die Hallentore werden obgleich bereits zu kurz, nochmals verkürzt. Ein Stück Plastik, welches nicht über die gesamte Torflügelbreite geht, wird abgetragen, so dass die angesetzten Plastikstücke nicht auf die unregelmäßige Kontur angepasst werden müssen, sondern an gerader Fläche angeklebt werden können.

Eine wacklige Angelegenheit

Der Arbeitsprozess, die Torflügel mit Plastic Sheet zu verlängern, kommt in eine kritische Phase, wenn die zurechtgeschnittenen und gerade gefeilten Plastikstücke angeklebt werden. Sicher werden die Plastikstücke an den Flügeln der Hallentore später nur mäßigen Belastungen ausgesetzt sein, doch wäre ein Abbrechen nervig, da dem Wiederankleben des Plastikstücks ein Neulackieren folgen müsste, das den Auftrag mehrerer Farbschichten beinhaltet. Daher sorgte ich unter massivem Einsatz von Klebstoff dafür, dass die Verlängerung der Torflügel in der Zukunft nicht den Hauch eines Wunschs der Abtrennung verspüren würden.

Mittels der Papierschneidemaschine schneide ich Streifen mit exakter Breite vom Plastic Sheet ab.

Mittels der Papierschneidemaschine schneide ich Streifen mit exakter Breite vom Plastic Sheet ab.

Die Torflügel werden etwas verkürzt, da das unterste Plastiksegment nicht über die gesamte Torbreite geht.

Die Torflügel werden etwas verkürzt, da das unterste Plastiksegment nicht über die gesamte Torbreite geht.

Hier ist das Kunststoffstück angesetzt. Dieser Torflügel reicht jetzt bis auf den Hallenboden.

Hier ist das Kunststoffstück angesetzt. Dieser Torflügel reicht jetzt bis auf den Hallenboden.

Die Plastikstücke werden seitlich mit einer Aussparung versehen. Dies ist nötig, um trotz der Mauervorsprünge am Fuße der Torzarge problemlos geöffnet und geschlossen werden zu können.

Die Plastikstücke werden seitlich mit einer Aussparung versehen. Dies ist nötig, um trotz der Mauervorsprünge am Fuße der Torzarge problemlos geöffnet und geschlossen werden zu können.

Hier Tor und Verlängerungen der Flügel nebeneinander.

Hier Tor und Verlängerungen der Flügel nebeneinander.

Die Verlängerungen sind hier montiert, geklebt ... und trocknen nun vor sich hin.

Die Verlängerungen sind hier montiert, geklebt … und trocknen nun vor sich hin.

Blick von der Seite.

Blick von der Seite.

Trocken! Die Torflügel können problemlos und ohne Kontakt mit den Mauervorsprüngen am Fuß der Torzarge bewegt werden. Kann das Leben schöner sein?

Trocken! Die Torflügel können problemlos und ohne Kontakt mit den Mauervorsprüngen am Fuß der Torzarge bewegt werden. Kann das Leben schöner sein?

Die Rückwand der Maschinenhalle

Die Maschinenfabrik „Roter Oktober“ kennt auch ein Tor in ihrer rückwärtigen Hallenwand. Dort lief vor Jahren mal das Gleis weiter, welches zur Vorderseite der Halle die Zulieferung von Rohstoffen und Halbzeugen ermöglicht. Auch wenn es nur eine Tür ist, will sie „gewerkelt“ werden…

Die rückwärtige Toröffnung besitzt ebenfalls zwei Torflügel. Auch diese werden verlängert.

Die rückwärtige Toröffnung besitzt ebenfalls zwei Torflügel. Auch diese werden verlängert.

Auch hier stellt sich Erfolg ein...

Auch hier stellt sich Erfolg ein…

Zwischenräume der Wände: Ziegelrot muss her

Die Basisfarbe der Hallenwände soll an rote Ziegel erinnern. Für das Gesamterscheinungsbild ist es mir wichtig, dass alles Mauerwerk die Grundfarbe aufnimmt. Dazu gehören auch die Verfüllungen zwischen den gegeneinander geklebten Mauerwerkplatten.

Als Farbe verwende ich für die Grundfarbe die Revell Aquacolor 36137 Ziegelrot, die ich zunächst an allen Stellen auftrage, die besonders weit vom Ziegelrot weg sind. Später erfolgt nochmal eine generelle Farbbehandlung der Hallenwände…

Die Verfüllungen der Wandsegmente der Fabrikhalle wurden mit weißer Strukturpaste verfugt. Diese deutlich sichtbaren Stellen werden mit Revell Aquacolor Ziegelrot in einen unösterlichen Zustand versetzt.

Die Verfüllungen der Wandsegmente der Fabrikhalle wurden mit weißer Strukturpaste verfugt. Diese deutlich sichtbaren Stellen werden mit Revell Aquacolor Ziegelrot in einen unösterlichen Zustand versetzt.

Hier ein Blick von der Seite...

Hier ein Blick von der Seite…

Bemalen der Tore und Türen

Alle verlängerten Flügel benötigen noch ein Anpassen der Farbgebung. Das Grün des Plastik kann so nicht bestehen bleiben. Es ist zu österlich und das Plastik glänzt auch ziemlich… Als Grünton nehme ich Revell Aquacolor 36142 Gelboliv. Nach dem Auftrag der Gelboliv und dem sorgfältigen Abtocknen der Torflügel wird nochmal trockengebürstet. Für das Trockenbürsten der Torflügel verwende ich die Farbe Revell Aquacolor 3645 Helloliv.

Die Flügel der Hallentore werden nach erfolgreicher Verlängerung mit Revell Aquacolor Gelboliv grundiert.

Die Flügel der Hallentore werden nach erfolgreicher Verlängerung mit Revell Aquacolor Gelboliv grundiert.

Hier eine Stellprobe der Hallenwände mit den neuen Toren.

Hier eine Stellprobe der Hallenwände mit den neuen Toren.

Das Trockenbürsten mit Revell Aquacolor Helloliv gibt den Hallentoren eine angenehme Struktur.

Das Trockenbürsten mit Revell Aquacolor Helloliv gibt den Hallentoren eine angenehme Struktur.


Bildnachweis: © alle schwarzer.de



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Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, er ist jedoch nicht festgelegt.

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