„Schwere“ Panzer: T-26 & Co.

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Meine neuesten Russentanks sind ja mittlerweile alle fertig geworden. Sie gefallen mir und ich könnte mich ja mal zufrieden zurücklehnen, wenn… ja, wenn es da nicht nicht eine Sache gäbe, die an mir knabbert. Schuld daran ist ein Modellbauer aus Mainz-Kastell. Das wundert mich auch nicht, liegt Mainz-Kastell doch auf der eebschen Rheinseite!

Wann ist ein Panzer ein Panzer?

Als ich im Jahr 2014 wieder mit meinem Wargaing-Hobby begann, entschloss ich mich, die ersten Fahrzeuge in der Bucht anzuheuern – und bei einem Modellbauer in Mainz-Kastell zu erwerben. Neben der Tatsache, dass er mir oberschicke Eisentaxis vermachte, begeisterte mich eine seiner Ideen für die Ausstattung der Modelle. Diese waren nämlich mit vergossenen Metallteilen in den Wannen beschwert.

„So’n Panzer muss was wiegen, sonst isses keiner!“ sagte er. „Auch wenn er in 1:72 gebaut ist und gerade dann!“.

„Hatta ma recht, wa?“ dachte der Sturmi. Als ich meine kleinen Early War Wusels so stehen sah, dachte ich, dass eine Wartezeit von vier Jahren genug Zeit der Reife für eine gute Idee ist. Jetzt war die Zeit der Umsetzung gekommen. Schwere Panzer wollte ich auch haben. Tschacka!

Ich spurtete in den Baumarkt und besorgte mir Muttern zum Beschweren und ne Dose Klarlack zum Vergießen. Dann legte ich eine Pinzette zum Einsetzen der Muttern in den Panzerrumpf bereit und begann das Unterfangen.

Die Dose Klarlack auf Acrylbasis.

Die Dose Klarlack auf Acrylbasis.

Muttern zum Erhöhen des Gewichts der Panzerrümpfe.

Muttern zum Erhöhen des Gewichts der Panzerrümpfe.

Einsetzen der Muttern

Das Einsetzen der Muttern ging ja noch recht glimpflich von statten. Die Muttern werden mittels der Pinzette durch die Öffnung unter dem Panzerturm in den Rumpf eingeführt. Man benutzt die Pinzette – und macht sich Knoten in die Finger. Es ist eben eine böse Fitzelei. Aber man ist ja zäh und irgendwann sind die Panzerrümpfe angefüllt.

Wichtig: Der Panzerturm muss sich nach dem Wiederaufsetzen noch mühelos drehen lassen. Das sollte man testen, denn wenn das Zeugs erstmal verklebt ist, geht sicher nichts mehr.

Hier setze ich gerade eine Mutter in den einen T-26.

Hier setze ich gerade eine Mutter in den einen T-26.

Die T-26-Rümpfe mit eingesetzten und vergossenen Muttern.

Die T-26-Rümpfe mit eingesetzten und vergossenen Muttern.

Sauerei pur!

Anschließend gießt man den Klarlack in die Öffnung und lässt die Suppe sich verteilen. Und genau da begann die Sauerei. Was ich mir nie hätte träumen lassen, das ist die Tatsache, dass die Rümpfe undichte Stellen aufweisen. Ich dachte, dass ich beim Bauen der Modelle genug Klebstoff aufgetragen hatte, so dass alle Rümpfe wirklich dicht sind. War aber nicht so.

Die Folge? Ein Teil der Suppe lief natürlich aus und versaute die Panzer – zum Glück nicht alle und zum Glück nur von unten. Durch Schräglagern erreichte ich, dass die undichten Stellen höher zu liegen kamen und der Strom des Klarlacks nachließ, bis er schließlich etwas ausgehärtet war.

Die BT-7 warten auf die gleiche Behandlung.

Die BT-7 warten auf die gleiche Behandlung.

Die jetzt schweren BT-7 mit eingesetzten Muttern.

Die jetzt schweren BT-7 mit eingesetzten Muttern.

Eine Woche ließ ich alles trocknen, damit innen drin der Klarlack durch und durch trocken war. Dann kontrollierte ich und es war tatsächlich alles verfestigt, wie ich es haben wollte. Auch schön: Die kleinen Wusels hatten an Gewicht gewonnen. Sie liegen jetzt viel besser in der Hand, wenn man sie über das Spielfeld bewegt.

Die KW-1 und KW-2 verdienen natürlich besonders viel Gewicht. In deren Bäuche passt auch mehr an Muttern rein. Das Ergebnis liegt auf der Hand - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die KW-1 und KW-2 verdienen natürlich besonders viel Gewicht. In deren Bäuche passt auch mehr an Muttern rein. Das Ergebnis liegt auf der Hand – im wahrsten Sinne des Wortes.

Mittels eines geknickten Kartons hatte ich eine Rutsche gefertigt, im den Klarlack in die kleine Öffnung im Rumpf der Modelle rinnen lassen zu können.

Mittels eines geknickten Kartons hatte ich eine Rutsche gefertigt, im den Klarlack in die kleine Öffnung im Rumpf der Modelle rinnen lassen zu können.

That’s it.

Stay tuned!

Sturmi


Bildnachweis: © alle schwarzer.de

Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, er ist jedoch nicht festgelegt.

1 Kommentar

  1. Tja.., diese Frage stellte ich mir auch..jedoch in 15mm. Bei mir werden die Muttern durch alte -vom Zinnfras beschädigte 15mm und diverse Zinnabfälle benutzt. Darüber Sekundenkleber..fertig ist die Laube. Sauber und schnell.
    (Sekundenkleber gibts bei Kaufhalle in 4er Packs je 3 gr. für 1 €. )

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