Byzantiner bei SAGA

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Meine Bützis habe ich von XENA. Nachdem wir uns SAGA und den Byzantinern ein wenig genähert haben, hat XENA sich das Regelbuch mal genauer angesehen und so einiges entdeckt, was ihm beredenswert erschien. Hier, was ihm wichtig erscheint.

Die Einstufung der Byzantiner in SAGA

Zugegeben, ich bin neu bei SAGA. Soo neu, dass ich noch nicht einmal das Regelbuch komplett gelesen habe. Trotzdem erdreiste ich mir, einen Artikel über SAGA, speziell über die SAGA Byzantiner zu schreiben.

Der Stein meines Anstoßes ist, dass man bei SAGA die Byzantinische Infanterie (mit Ausnahme der Waräger-Garde) als „Bauern“ einstuft. Bauern im wahrsten Sinn des Wortes – also diese Menschen, die im Schweiße ihres Angesichts ihr Tagwerk auf dem Feld verrichten, und eher unwillig dem Ruf ihres Herrn auf das Schlachtfeld folgen.

Und ja, ich schicke auch noch voraus, dass ich ein Byzanz-Fan bin und nicht wenig darüber gelesen habe. Genau aus diesem Grund kann ich über eine solche (Falsch-)Einordnung, welche einen regulären Soldaten zu einem Bauer macht, nicht schweigen.

Ich beginne mit einem Zitat von Ian Heath – einem höchst angesehenen Englischen Autor geschichtlicher Themen – der da sagt:

„Die byzantinische Armee des 10. und frühen 11. Jahrhunderts (mithin genau innerhalb des SAGA Zeitraumes), auf der Höhe ihrer Macht und Effizienz, war die am besten organisierte, besten trainierte, best ausgerüstetste und am höchsten bezahlte Armee der damals bekannten Welt!“

Alleine diese Aussage sollte eigentlich schon reichen, um den Terminus „Bauer“ bei einem regulären Infanterie-Soldaten (in unserem Fall dem Skutatoi) ad absurdum zu führen. Natürlich könnte man jetzt die militärischen Handbücher von Kaiser Mauricios, die hunderte von Jahren benutzt wurden oder die Tactica von Kaiser Leo anführen und zitieren, dann würde ich aber nächste Woche noch schreiben. Nur mal soviel…

Die schwere Infanterie der Byzantiner war zu 3/4 schwere Infanterie/Speerträger (Skutatoi) und zu einem 1/4 Bogenschützen, welche höchstwahrscheinlich in eigenen Einheiten eingesetzt wurden. Diese Einheiten trainierten regelmäßig, sowohl in der Kaserne als auch in Manövern. (Von kriegerischen Auseinandersetzungen einmal ganz zu schweigen)

Die Ausrüstung dieser Männer, (Lamellenpanzer, Bänderrüstung, Kettenhemden) waren von hoher Qualität, ebenso die Waffen und Schilde. All dies wurde den Soldaten gestellt. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass solch teure Ausrüstung einem Bauern gestellt worden wäre, welcher weder qualifiziert war, sich in einer solchen Rüstung zu bewegen, noch in ihr mit ihm unbekannten Waffen zu kämpfen.

Letztlich ist es auch die Bezahlung. Infanteristen verdienten pro Jahr zirka 1/4 Pfund Gold plus einem Stück Land, welches mindestens 2 Pfund Gold wert war. Nach heutiger Währung waren das zirka alles zusammen 45.000 Euro. Plus kostenfreier Verpflegung. Von „Bauern“ kann da wirklich nicht mehr die Rede sein.

Summa Sumarum: Skutatois müssen nach meiner Ansicht als „Krieger“ eingestuft werden. Psiloi (Leichte Infanterie) sind die „Bauern“ (und selbst die nicht alle). Und da wäre dann noch die Kavallerie, aber das ist eine andere Geschichte.

Wie ist eure Meinung dazu?

Viele Grüße,

XENA


Bildnachweis: © alle schwarzer.de

Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, aktuell spielt er "Poor Bloody Infantry/PBI", "Geile Scheiße", "DBMM", "ARMATI", "SAGA" und "Bolt Action"

1 Kommentar

  1. Meiner bescheidenen Meinung ist die Bezeichnung für Bauern bei Saga rein zur Unterscheidung der Truppen und mit welchen Würfeln diese aktiviert werden, bzw welche Saga Fähigkeiten für sie genutzt weren können, zu sehen.
    Auf dem Battleboard in Ära der Wikinger werden sie Servi bei den letzte Römer genannt, in Aetius und Arthus heissen sie Tirones bei den Römer und in Ära der Kreuzfahrer heissen sie Kontaratoi & Psiloi bei den Byzantiner.
    Die Bezeichung Bauern ist regeltechnischer einfacher, als wenn man im Grundregelbuch alle Einheiten der einzelnen Völker auflistet. So etwas können rein historische Systeme gerne machen, was den Spielfluss und das Spielverständnis meiner Meinung nach sehr belastet und ein Regelbuch unnötig verschlimmbessert und die Seitenzahl (damit auch den Preis) in die höhe treibt.

    Ich bitte auch zu beachten, dass Saga kein rein historisches System ist und sein will. Es soll einfach ohne historisches gefuchse Spass machen und das macht es mir (als persönliche Meinung).

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