Aus der Werkstatt: Reparatur eines KW-1

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Wer kennt das nicht? Man fasst das Rohr des Panzers an, will es leicht erhöhen, aber es will nicht so recht und plötzlich hat man das Teil in der Hand und ärgert sich. So ging es auch mir und ich überlegte, wie ich das Malheur würde beseitigen können.

Rohrabbruch beim KW-1

Ein Wiederankleben des abgebrochenen Rohrs meines KW-1 habe ich natürlich sofort versucht. Doch die Klebefläche war zu klein und verschaffte dem Rohr nicht genügend Halt. Auf eine solche wacklige Angelegenheit wollte ich mich nicht einlassen, denn spätestens beim nächsten Spiel, wenn jemand aus Versehen an den KW-1 dranrumpelt, ist es schwupps wieder abgebrochen.

Ich dachte nach und kam auf die Idee, ein Ersatzrohr aus der Krabbelkiste zu nehmen, und dies in der Geschützblende durch Verkleben zu verankern. Dazu würde aber ein Aufbohren der Geschützblende nötig werden.

Ein Ersatzrohr für den KW-1

Ein solches Ersatzrohr fand ich in einem 88mm-Geschütz eines Roco-1:87-Tiger 1, welches mir Ariovist mal vermacht hatte. Das Rohr hatte in etwa die passende Dicke. Es war auch von der Länge her mit hinreichend Spiel ausgestattet, so dass ich ein gutes Stück davon in der Geschützblende des KW-1 zur Stabilisierung versenken kann.

Hier das Ersatzrohr für den KW-1 aus dem Roco 1:87 Tiger I

Hier das Ersatzrohr für den KW-1 aus dem Roco 1:87 Tiger I

Das Aufbohren der Geschützblende

Die Shturmigrader Maschinenfabrik „Roter Oktober“ ist nun mit Werkzeug nicht wirklich gesegnet. Woher kriege ich nun einen Bohrer? Eine Möglichkeit wäre es gewesen, mir bei einem Kollegen einen feinen Bohrer auszuleihen. Doch dafür extra nach Frankfurt zu fahren, wäre mir jetzt zu teuer gekommen. Und bis zum nächsten Besuch zu warten, das wollte ich auch nicht. Also beschloss ich, die Bohrung mit Behelfswerkzeug vorzunehmen und etwaige Verunstaltungen mit Plastikkleber wiederaufzufüllen.

Hier ist der Turm arretiert, das Rohr kann in Ruhe über Nacht trocknen.

Hier ist der Turm arretiert, das Rohr kann in Ruhe über Nacht trocknen.

Ablängen des Ersatz-Geschützrohrs des KW-1

Die Bohrung an der Geschützblende und das Einsetzen des Geschützrohrs gingen sehr schnell von der Hand. Nerviger war das Kleben. Ich verwendete UHU Plast und es dauerte eine ganze Nacht, bis das Dingen ausgehärtet war. Da ich die Langsamkeit des Härteprozesses bemerkte, platzierte ich den Turm samt neuem Geschützrohr auf meiner Bastelunterlage so, dass beim Aushärten keine Veränderung der Position und der Ausrichtung des Geschützrohrs mehr möglich sein würde.

Am nächsten Morgen dann war das neue Geschützrohr sehr fest am Turm und ich ging an das Ablängen des Rohres. Dazu hielt ich schlicht einen anderen Turm eines KW-1 daneben und längte das Geschützrohr mit der Zange ab. Die saubere Schnittfläche bedurfte keiner Nachbehandlung.

Zuerst hatte ich überlegt, das skurril wirkende Kerlchen mit seiner langen Kanone im Bestand zu lassen. Hätte sicher so manchen Schmunzler ausgelöst. Schlussendlich aber entschied ich mich fürs Kürzen.

Eigentlich wäre der KW- 1 so bereits einsatzklar. Das lange Geschützrohr sieht auch irgendwie stimmig aus.

Eigentlich wäre der KW- 1 so bereits einsatzklar. Das lange Geschützrohr sieht auch irgendwie stimmig aus.

Vor dem Ablängen: Kurz Maß nehmen...

Vor dem Ablängen: Kurz Maß nehmen…

Knips! ab ist es. Die Zange macht da kurzen Prozess.

Knips! ab ist es. Die Zange macht da kurzen Prozess.

Fazit

Das Fahrzeug steht mittlerweile zwischen seinen Kollegen und man sieht ihm äußerlich den damaligen Unfall nicht mehr an. Die Stelle um die Bohrung und um das neue Geschützrohr war etwas ausgefranst. Sie musste mit Klebstoff (man hätte auch Green Stuff nehmen können) ausgefüllt werden. Überstehendes Material entfernte ich mit einer Feile.

Best

Sturmi

Endergebnis: Da soll mal einer sagen, da wäre jemals ein Unfall geschehen...

Endergebnis: Da soll mal einer sagen, da wäre jemals ein Unfall geschehen…


Bildnachweis: © alle schwarzer.de

Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, er ist jedoch nicht festgelegt.

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