Godzilla Rules: Die Regeln für Udos TableTop

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Die „Sieben“ ist eine sehr, sehr magische Zahl. Sie begegnete mir in höchst angenehmer Weise in Udo Zipelius‘ Regelwerk für das „Godzilla Tabletop“. Die Zahl bemisst nämlich die Seiten des Regelwerks. Ist es nicht fantastisch, dass man den Spielspaß auf einer übersichtlichen Zahl an Seiten zusammenfassen kann? Es ist bei weitem nicht das Einzige, was mich an seinem Spielsystem begeistert. Aber es ist definitiv ein großes Plus. Ich möchte nämlich lieber mehr Spielen, als ständig in den Regeln nachschlagen. Lest weiter und lernt „Godzilla Tabletop“ kennen und lieben!

Monster Simulation Konzept Regeln: die Arbeit von Udo Zipelius und Thomas Petry

Godzilla Tabletop widmet sich einem bislang etwas vernachlässigten Thema – dem Kampf Monster gegen Monster. Wenn ich so darüber nachdenke, dann wüsste ich nicht sofort, wie man das mit einem Regelwerk abbilden könnte. Umso neugieriger war ich, als mir Udo sein Regelwerk per WhatsApp rüberbeamte. Und: ja, er hat einen smarten und erfrischen straighten Weg gefunden.

Ehe ich es vergesse: wer das Regelwerk haben möchte, der teile mir dies gerne mit (in den Kommentaren oder per Mail). Ich leite dann den Wunsch an ihn weiter. Das Regelwerk ist seine Schöpfung (und die von Thomas Petry) und unterliegt dem Urheberrecht. An dieser Stelle zeige ich Auszüge des Godzilla Tabletop-Spiels. Für Maximum-Fun holt ihr euch aber bitte das ganze Regelwerk beim Udo.

Die Profilkarte eines Monsters gibt Auskunft über dessen Möglichkeiten. Das Monster Godzilla ist mit Möglichkeiten "gesegnet" - wer hätte das gedacht? Aber "Kong" ist auch ganz gut dabei! (Foto: Udo Zipelius")

Die Profilkarte eines Monsters gibt Auskunft über dessen Möglichkeiten. Das Monster Godzilla ist mit Möglichkeiten „gesegnet“ – wer hätte das gedacht? Aber „Kong“ ist auch ganz gut dabei! (Foto: Udo Zipelius“)

Das Monster Profil

Jedes Monster in Godzilla Tabletop hat ein Profil. Das Monster besitzt verschiedene Eigenschaften und alle Monster unterscheiden sich.

Die Profilkarte im Godzilla Tabletop. (Foto: Udo Zipelius) (Zum Vergrößern Anklicken)

Die Profilkarte im Godzilla Tabletop. (Foto: Udo Zipelius)
(Zum Vergrößern Anklicken)

  • Name
    Jedes Monster trägt einen individuellen Namen. Beispiel: Godzilla.
  • Kraftpunkte
    Die Kraftpunkte sind die Lebenspunkte des Ungeheuers. Sind sie erschöpft (= 0 Kraftpunkte), dann ist Schicht im Schacht und das Monster ist besiegt. Damit verliert der Spieler des Monsters. Godzilla hat beispielsweise 100 Kraftpunkte.
  • Allgemeine Stärke
    Diese liegt bei Godzilla bei 18. Godzilla greift also mit 18 Angriffswürfeln an.
  • Widerstand (Zusätzliche Schädelwürfel)
    Godzilla hat einen Widerstand von „+2“ Schädelwürfeln. Das ist beim Verteidigen wichtig. Man hat quasi zwei Verteidigungswürfel mehr.
  • Initiative
    Die Initiative wird bei Spielen mit mehr als zwei Monstern benötigt. Godzilla hat einen Initiativwert von 9.
  • Bewegung
    Godzilla hat einen Bewegungswert von 18 Zoll.
  • Angriff und Waffen
    Hier wird aufgezählt, welche Möglichkeiten so ein Monster hat, dem Monster eines anderen Spielers zu Leibe zu rücken.

    Godzilla hat gleich eine ganze Reihe von Angriffsmöglichkeiten:

    • Atomstrahl (der blaue Strahl mit der Schablone)
    • Armangriff
    • Beinangriff
    • Schwanzangriff

Diese Profilwerte sind auf Profilkarten aufgetragen. Für jedes Monster gibt es eine solche Profilkarte. Damit hat man die passenden Werte immer griffbereit und muss sich nicht alles merken.

I. Ziel des Spiels und Siegbedingung

Das Ziel des Spiels ist es, mit seinem eigenen Monster das oder die Monster des anderen Spielers zu besiegen. Der Sieg gilt als errungen, wenn man das einzige unbesiegte Monster mit Kraftpunkten im Spiel besitzt. Ein Monster ohne Kraftpunkte gilt als besiegt. Ist das Spiel zu Ende, bevor eines der Monster all seine Kraftpunkte verloren hat, dann gewinnt der Spieler mit dem Monster mit den meisten Kraftpunkten.

Sonderfall: wenn alle Monster im Spiel in einem Spielzug all ihre Kraftpunkte verlieren, dann endet das Spiel mit einem Unentschieden.

Das Godzilla-Tabletop ist erfrischend rasch zu erlernen und zu spielen. (Foto: Udo Zipelius)

Das Godzilla-Tabletop ist erfrischend rasch zu erlernen und zu spielen. (Foto: Udo Zipelius)

II. Ablauf eines Spielzuges

Jeder Spielzug hat zwei Phasen, in denen unterschiedliche Elemente im Spiel aktiv werden können.

Phase 01 – Kong-Spieler und Godzilla-Spieler

Ein Spieler im Spiel ist der „Godzilla-Spieler“, der andere Spieler ist der „Kong-Spieler“. Beginnt ein Spielzug, wird eine Münze geworfen, die sogenannte Monster-Münze. Zeigt nach dem Wurf die Godzilla-Seite nach oben, führt zuerst der Godzilla-Spieler seine Aktionen aus. Fällt die Münze anders, beginnt der Kong-Spieler mit seinen Aktionen. Der jeweils andere Spieler folgt sodann als zweiter Spieler mit seinen Aktionen.

Phase 02 – Die Panzer

In dieser Phase führen sämtliche Panzer im Spiel ihre Aktionen aus.

Rundenende

Haben Spieler und Panzer ihre Phasen abgeschlossen, beginnt der nächste Spielzug. Er verläuft identisch wie der vorige und beginnt mit Phase 01. Das ist herrlich einfach, oder? Wenn ich da an „Poor Bloody Infantry“ oder „DBMM“ denke…

Sonderregel für die Initiative im Multiplayer-Spiele

Spannend wird es, wenn mehr als zwei Monster im Spiel beteiligt sind. In diesem Fall wird nämlich um die Initiative im Spiel gewürfelt. Und so geht das Initiative-Würfeln: Jeder Spieler würfelt einen W6. Zur gewürfelten Augenzahl addiert der Spieler die Initiativ-Punkte des jeweiligen Monsters. Beim Godzilla wird so eine „9“ addiert.

Die Spieler spielen nun in Reihenfolge ihrer gewürfelten Punkte. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl beginnt. Es folgt der Spieler mit dem nächst niedrigeren Wurf. Besonderheit: Wer schon die letzte Runde begonnen hat, der zieht von seinem Wurf noch zwei Augen ab. So kommt Abwechslung ins Spiel.

III. Die Sache mit den Aktionen

Ist ein Spieler am Zug, dann darf er acht Aktionen ausführen. Diese Aktionen können verschiedene Attacken oder Bewegungen seines Monsters sein. Wer sparsam ist, kann übrige Aktionen mit in seinen nächsten Spielzug retten. Allerdings niemals mehr als zwei. Somit kann man ab dem zweiten Spielzug auch schon mal zehn Aktionen ausführen. Hat jemand so mehr als zehn Aktionen „zusammengehamstert“, verfallen alle Aktionen über zehn hinaus.

Udo Zipelius hat für etwas mehr Übersichtlichkeit im Spiel Aktionsmarker eingeführt. Goldene Aktionsmarker „Godzilla“ und silberne Aktionsmarker „Skull“.

Bewegen des Monsters

Wer sein Monster bewegen will, muss hierfür drei Aktionen einsetzen, die von den zur Verfügung stehenden acht Aktionen abgezogen werden. Möchte der Spieler sein Monster in der gleichen Runde ein weiteres Mal bewegen, so muss er dafür alle verbliebenen Aktionen opfern. Das bedeutet, dass man sein Monster in einer Runde maximal zweimal bewegen kann.

Aktionen der Profilkarten

Neben dem Bewegen bietet die Profilkarte des Monsters weitere Aktionen an. Dort steht auch jeweils, wie viele Aktionen aus dem Vorrat für die jeweilige Aktion verwendet werden müssen.

Allgemeine Aktionen

Neben den monsterspezifischen Aktionen gibt es auch allgemeine Aktionen, welche alle Monster ausführen können. Diese können mit den Aktionen der Profilkarten gemischt eingesetzt werden. In einer eigenen Tabelle kann man die erforderliche Zahl an Aktionen entnehmen, die man für das Ausführen der Aktion nutzen muss.

Aktive und passive Aktionen

Ganz klar: wer die Initiative hat, ist der aktive Spieler. Er verwendet acht Aktionen (oder zehn, wenn er angespart hat). Der andere Spieler ist der passive Spieler. Er hat allerdings auch vier Aktionen frei. Diese sind allerdings passive Aktionen. Passive Aktionen sind

  • Blocken und Ducken
    Kostet zwei Passiv-Aktionen, bringt einen zusätzlichen Schädelwürfel in der Verteidigung.
  • Energieschilde
    Energieschilde sind zur Verteidigung gedacht. Wird ein Monster mit Schild angegriffen, zählen seine Schildwürfe doppelt!

IV. Die Würfel im Godzilla Tabletop

Das Godzilla Tabletop arbeitet mit zweierlei Würfeln:

  • Die bekannten W6-, W8-, W10-, W12-, W20-Würfel.
  • Die speziellen Schädelwürfel.

    Die Schädelwürfel haben sechs Seiten, von denen drei Seiten einen Schädel zeigen und zwei Seiten einen Schild. Eine Seite ist leer. Diese Würfel dienen zum Auswürfeln von Angriffen und Verteidigungen.

Wie wird ausgewürfelt? Der attackierende Spieler würfelt. Für jeden gewürfelten Schädel erzielt er einen Treffer. Dann würfelt der Verteidiger. Für jeden gewürfelten Schild wird ein Treffer neutralisiert. Bleiben Treffer unneutralisiert zurück, dann bedeutet jeder nicht neutralisierte Treffer den Verlust eines Kraftpunkts. Alle Waffen und Angriffsarten haben eine spezifische Zahl an Angriffswürfeln. Der Laserangriff beispielsweise gibt 12 Schädelwürfel für den Angriff.

Der verteidigende Spieler kann entscheiden, zur Stärkung seiner Verteidigung passive Aktionen einzusetzen. So kann er für zwei passive Aktionen zwei zusätzliche Schädelwürfel zukaufen. So addiert er dann zu den sieben Verteidigungswürfeln zwei hinzu und hat neun Verteidigungswürfel zur Verfügung.

Panzer benötigen einen Trefferwurf ( "2+" mit einem "W6") um zu treffen. (Foto: Udo Zipelius)

Panzer benötigen einen Trefferwurf ( „2+“ mit einem „W6“) um zu treffen. (Foto: Udo Zipelius)

Der Trefferwurf

Panzer (und bestimmte Angriffe) benötigen zuerst einen Trefferwurf, bevor die Angriffswürfel eingesetzt werden können. Der Trefferwurf erfolgt mit einem einfachen W6 Würfel. Eine „1“ ist ein Fail, der den Angriff scheitern lässt. Alle gewürfelten Zahlen ab „2“ ergeben einen Treffer, der es erlaubt, die Angriffswürfel zu benutzen.

Gebäude im Godzilla Tabletop: zerbrechlich, aber wichtig! (Foto: Udo Zipelius)

Gebäude im Godzilla Tabletop: zerbrechlich, aber wichtig! (Foto: Udo Zipelius)

V. Gebäude

Gebäude spielen in Godzilla Tabletop eine besondere Rolle.

Gebäude in der Bewegung der Monster

  • Monster können durch sie hindurchlaufen. Dabei werden die Gebäude zerstört. Das Monster opfert dabei aber auch die Hälfte seiner Bewegungsreichweite.
  • Flug- und sprungfähige Monster können über Gebäude fliegen oder über sie hinwegspringen. In diesem Fall bleibt das Gebäude unbeschädigt und die Bewegungsreichweite des Monsters wird nicht gekürzt.
  • Monster können mit ihrer Bewegung auf dem Dach eines Gebäudes landen – wenn dieses groß genug ist, das Monster aufzunehmen.
"Kong" hat sich entschlossen, das Panorama zu genießen. Er darf das, denn er kann auf dem relativ kleinen Areal des Daches Platz finden. Die etwas ausladenderen Monster dürften dies nicht. (Foto: Udo Zipelius)

„Kong“ hat sich entschlossen, das Panorama zu genießen. Er darf das, denn er kann auf dem relativ kleinen Areal des Daches Platz finden. Die etwas ausladenderen Monster dürften dies nicht. (Foto: Udo Zipelius)

Gebäude im Kampf Monster gegen Monster

Bekämpfen sich zwei Monster, erlangen Gebäude Wichtigkeit. Sie geben nämlich dem angegriffenen Monster Schutz in Form eines zusätzlichen Verteidigungswürfels. Der kann dann schon mal das Monster retten.

Nicht zu retten ist allerdings das Gebäude. Dieses bekommt beim Angriff die volle Wucht des angreifenden Monsters ab. Das angreifende Monster würfelt mit seinen Angriffswürfeln gegen das hinter dem Gebäude verborgene Monster. Dabei bekommt das Gebäude für jeden gewürfelten Schädel einen Stabilitätspunkt abgezogen.

Gebäude haben bis zu fünf Stabilitätspunkte. Das macht deutlich, wie zerbrechlich sie sind. Wenn ein Laserangriff 12 Angriffswürfel liefert, kann der eine Angriff mit fünf gewürfelten Schädeln schnell dazu führen, dass das Gebäude gebröselt wird.

Gebäude berühren

Monster bewegen sich und drehen sich schon mal im Spiel. Dabei schwenken Sie ihren Schwanz hinter sich ein wenig in der Runde. Rumpeln sie dabei gegen ein Gebäude, dann bekommt das Gebäude mal eben schnell Treffer aus 12 gewürfelten Schädelwürfeln. Überlebt das Gebäude, endet die Bewegung des Monsters abrupt. Wird es gänzlich gebröselt, kann das Monster seine Bewegung vollständig ausführen.

VI. Mein Fazit

Das Spiel mit dem Godzilla Tabletop ist einfach und dennoch variantenreich. Wer wie ich gerne Horden von T-34 übers Schlachtfeld schiebt, der muss sich natürlich mit einem Monster zufrieden geben. Wer diesen Opfergang mitmacht, wird mit einem fetzigen Spiel belohnt. Natürlich muss man sich mit den Eigenschaften der Monster befassen, um diese auch perfekt einzusetzen. Aber das muss man bei den T-34 ja auch.

Die Spielregeln sind herrlich einfach und erlauben es einem, mehr ins Spiel abzutauchen und „live dabei zu sein“ – also die Story einzuatmen. Udo Zipelius veranstaltet regelmäßig Spielertreffs und ich kann nur empfehlen, da mal vorbeizuschauen. Einen Godzilla in die Bättel zu schicken, hat man nicht alle Tage Gelegenheit zu.

Stay tuned!

Sturmi

PS:
Bei Kontaktwunsch bitte kommentieren. Ich stelle gerne den Kontakt her.

Über den Autor

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, aktuell spielt er "Poor Bloody Infantry/PBI", "Geile Scheiße", "DBMM", "ARMATI", "SAGA" und "Bolt Action"

4 Kommentare

    • Und ein geiles Spiel. Wäre doch auch was für Dich und Deine Fantasy-Wesen. Gegenüber SAGA ist es viel einfacher zu spielen.

      • Nee.., das ist nix für mich. Ich bin zwar Godzilla Fan.., aber der Aufwand is mir zu groß. Häuser bauen, wieder Panzer, Monster.., mal davon abgesehen, dass mich meine Frau wahrscheinlich für verrückt erklären würde, hab ich da auch gar keinen Platz mehr dafür. Als Gastspieler wo mitspielen.., sehr gerne..!
        Aber anfangen..?
        Nee.., dafür kommen inzwischen die Einschläge wirklich zu nah…
        ;-)

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