Hopp Schwyz!!! Oder als die Burgunder laufen lernte: Eine fette SAGA-Bättel zwischen Bern und Dijon

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Philipp der Kühne, Johann Ohnefurcht, Karl der Kühne – das Draufgängertum schreibt man den Burgundern offenbar sehr gerne zu. Die Schweizer kennen derlei Zuschreibungen nicht. Sie stehen mehr für Beständigkeit und nachhaltigen Widerstand. Mit diesem Setting ging es neulich in eine SAGA-Schlacht zwischen den beiden Fraktionen des SAGA-Buchs „Ära der Ritter / Age of Chivalry“, zu der sich die Sofageneräle Ralf und Sturmi trafen. Wie furchtlos die Burgunder tatsächlich waren und wie standhaft die Schweizer, das erfahrt ihr jetzt.

Die schlagkräftigen Burgunder

Natürlich hat Studio Tomahawk in die Fraktion der Burgunder vieles von dem hineinkonstruiert, was die Burgunder im Spätmittelalter tatsächlich ausmacht. Und natürlich ´sind die Burgunder nicht so ganz zufällig Ralfs Leib- und Magenfraktion geworden. So ein wenig burgundischer Herzog steckt schon in ihm drin und das konnte er an diesem Abend mal wieder so richtig rauslassen.

Die Burgunder standen eigentlich unter der Herrschaft des Königs von Frankreich. Sie nutzten zu jener Zeit jedoch die „Beschäftigtheit“ des Königs von Frankreich im Hundertjährigen Krieg aus, ihre eigene Macht zu kultivieren. Und gegenüber dem Römischen Reich taten sie dies nicht weniger. Bis nach Holland an die Küste sollte die Ausdehnung des Machtbereichs Burgunds schließlich reichen. Mit diesen geschickt agierenden Herren kann man sich ja schon ein wenig identifizieren.

Was den Sturmi an den Schweizern fasziniert? Ob es wohl die Schweizer Schoggi ist? Wir wissen es nicht. Jedenfalls reichte seine Begeisterung für das Ausheben einer nennenswerten Armee der Fraktion „Schweizer“.

Ralfs SAGA-Armee der Burgunder

Ralf hat sich irgendwann zu einer bestimmten Armeeaufstellung durchgerungen. Sie hat sich bewährt. Und auch wenn es jedes mal ein paar Nuancen Abweichungen gibt, mit denen er noch eine kleine Sache „mal austesten“ will, bleibt er seiner Linie treu. Und das ist dann diese hier:

  • 1 Kriegsherr zu Fuß
  • 10 Krieger zu Fuß
  • 10 Krieger zu Fuß
  • 12 Armbrustschützen als Bauern
  • 12 Armbrustschützen als Bauern
  • 4 Veteranen zu Fuß
  • 1 Kanone

Die 10er-Kriegereinheiten liebt er und auch 12er-Armbrustschützen. Wobei die „Ära der Ritter“ ohnehin reich an Fernkämpfern ist. Auf berittene Truppen hatte er bewusst verzichtet, da diese die Lieblingsspeise von Pikenieren darstellen.

Ralf's Kanone der Burgunder

Ralf’s Kanone der Burgunder

Ralf's Armbrustschützen (Bauern) und die halbe Kriegereinheit der Burgunder

Ralf’s Armbrustschützen (Bauern) und die halbe Kriegereinheit der Burgunder

Der große Gewalthaufen der Burgunder. Links und rechts hinten:  jeweils 10 Krieger. Mitte sieht man die Armbrustschützen und rechts im Vordergrund der Kriegsherr.

Der große Gewalthaufen der Burgunder. Links und rechts hinten: jeweils 10 Krieger. Mitte sieht man die Armbrustschützen und rechts im Vordergrund der Kriegsherr.

 

Sturmis SAGA-Armee der Schweizer

Mit „Pikeniere in größeren Gebinden“ könnte man die Armee der Schweizer recht treffend umschreiben. Jene des Sturmi und eigentlich sicher jede andere SAGA-Armee der Schweizer. Die vielen Zahnstocher sind schon deren Markenzeichen.

  • Kein Kriegsherr
  • 10 Krieger als Pikeniere und als Gewalthaufen
  • 10 Krieger als Pikeniere
  • 10 Krieger als Pikeniere
  • 10 Krieger als Pikeniere
  • 6 Armbrustschützen als Bauern
  • 4 Krieger als Pikeniere

Die beiden halben Einheiten Krieger und Bauern sind entstanden, um ein klein wenig Fernkämpfer zu haben und um einen extra SAGA-Würfel zu generieren.

Von links nach rechts: Eine 10er-Einheit Pikeniere aus St. Gallen, die Einheit Armbrustschützen aus Bern, die 10 Pikeniere aus dem kanton Uri, und die Unikornische Garde.

Von links nach rechts: Eine 10er-Einheit Pikeniere aus St. Gallen, die Einheit Armbrustschützen aus Bern, die 10 Pikeniere aus dem kanton Uri, und die Unikornische Garde.

Die St. Gallener Pikeniere und die Berner Armbrustschützen nochmal in Großaufnahme

Die St. Gallener Pikeniere und die Berner Armbrustschützen nochmal in Großaufnahme

In der zweiten Reihe  eine gepanzerte Einheit Pikeniere und hinten dran die kleine 4er-Einheit Pikeniere.

In der zweiten Reihe eine gepanzerte Einheit Pikeniere und hinten dran die kleine 4er-Einheit Pikeniere.

 

Das Szenario: „Die Wolfsklamm“

Das SAGA-Szenario: "Die Wolfsklamm"

Das SAGA-Szenario: „Die Wolfsklamm“

Also, die Wolfsklamm in Tirol (Gemeinde Stans im Bezirk Schwaz) stand niemals unter Schweizer Einfluss. Dennoch trug sich dort an diesem denkwürdigen Tag ein Gefecht zwischen Schweizer und Burgundischen Truppen zu.

Das Szenario teilt das Spielfeld in einen diagonalen Streifen und legt den beiden Spielern aid Aufgabe auf, zur jeweils gegenüberliegenden Ecke des Spielfelds gelangen zu müssen. Da sind Meinungsverschiedenheiten vorprogrammiert.

Die Aufstellung der Truppen erfolgt entlang einer gedachten Radiuslinie nahe des Zentrums. Das ist für viele Spieler ungewohnt. Die Schweizer haben sich dreingefunden. Und die Burgunder auch.

Der Spielverlauf

Ralf liebt es, seine Fernkämpfer in deckungsgebenden Geländen aufzustellen. Sehr zur Freude von Sturmi, der dann stets die Arbeit hat, die Brüder dort aus dem Gebüsch wieder zu vertreiben.

Sturmi stellte seine Truppe offen und ehrlich in der freien Pläne auf, stolz und stark den Gegner erwartend.

Die geschichtsträchtige Diagonale des SAGA-Szenario "Die Wolfsklamm".

Die geschichtsträchtige Diagonale des SAGA-Szenario „Die Wolfsklamm“.

En Garde! Burgunder und Schweizer stehen sich gegenüber.

En Garde! Burgunder und Schweizer stehen sich gegenüber.

 

Der erste Zug

… begann mit Sturmis Vorstoß. Das klingt vielleicht etwas kriegerisch, doch so viel passierte da gar nicht. Die Armbrutschützen gingen nach vorne, um so gleich die Burgunder zu beharken. Leider erfolglos. Zwei Einheiten Pikeniere (St. Gallen und Uri) gehen ebenfalls vor, um dem Angriff der Berner etwas Nachdruck zu verleihen.

Der Angriff der Schweizer im ersten Zug.

Der Angriff der Schweizer im ersten Zug.

Der Nachdruck war auch bitter nötig, denn des Sturmis Armbrustschützen liefen den Burundischen Gegenspielern direkt in die Arme. Die Burgunder hatten wohl das bessere Zielwasser getrunken, so dass von den sechs Armbrustschützen des Sturmi sogleich fünfe vom Platz gingen. Der letzte der Schweizer Armbrustschützen schwor den Burgundern aber sogleich ewige Rache!

Was war passiert? Die Burgunder zogen mit einer weiteren Bauerneinheit Armbrustschützen und dem Kriegsherrn dazu in die Ruine (schwieriges Gelände, hoch) und nahmen sogleich die Schweizer Armbrustschützen unter Feuer.

Kriegsherr und eine Bauerneinheit mit Armbrüsten der Burgunder ziehen in die Ruine vor.

Kriegsherr und eine Bauerneinheit mit Armbrüsten der Burgunder ziehen in die Ruine vor.

Der wackere Schweizer Armbrustschütze. Man kann seinen Fluch hören: "Bi Gott und Sant Mauritius, ir verfluechte Burgunderhünd! Ir hend gueti Eidgnosse erschlage, doch ir Blut schreit us dem Schnee zum Himmel. Kein Helm, kein Harnisch und kein stolzer Herzog wird euch vor unserm Zorn bewahren. Für jeden Brueder, den ir gfällt hend, soll euer Banner im Dreck versinke, und eure Seelen soll der Teufel über d’Alpe jage bis zum Jüngste Tag! Ladet nach, Gesellen! Heut zahlt Burgund mit Blut!"

Der wackere Schweizer Armbrustschütze. Man kann seinen Fluch hören:
Bi Gott und Sant Mauritius, ir verfluechte Burgunderhünd!
Ir hend gueti Eidgnosse erschlage, doch ir Blut schreit us dem Schnee zum Himmel.
Kein Helm, kein Harnisch und kein stolzer Herzog wird euch vor unserm Zorn bewahren.
Für jeden Brueder, den ir gfällt hend, soll euer Banner im Dreck versinke,
und eure Seelen soll der Teufel über d’Alpe jage bis zum Jüngste Tag!
Ladet nach, Gesellen! Heut zahlt Burgund mit Blut!

 


Nächster Zug: Schweizer vergessen nie!

Metzger sind sie, die Schweizer Pikeniere. Solche, die ihr Handwerk wortwörtlich von der Pike auf gelernt haben. Und solche, die ihren Beruf als Berufung sehen und ihn ernst nehmen. Die Schweizer Pikeniere griffen das burgundische Räubernest in der Ruine an und hielten Schlachtfest.

Die Pikeniere aus Uri metzelten die erste hinterhältige Einheit Armbrustschützen nieder, welche die acht Berner Gesellen auf dem Gewissen hatte. Keiner blieb über. Alle mussten sie büßen. Der Kriegsherr der Burgunder konnte sich gerade noch feige mit einem Sprung zur Seite retten, sonst hätte die Gerechtigkeit ihn womöglich auch erwischt. Gottes Zorn ist gerecht. Doch Gottes Gnade ist groß. In diesem Fall: zu groß. Aber die Pikeniere aus Uri merkten sich den Burgundischen Hauptmann für die nächste Runde vor.

Der Gewalthaufen aus St. Gallen prallte mit aller Wucht auf die 10 Krieger von Burgund. Den Burgunder Kriegern verging Hören und Sehen. Furchtsam zogen sie sich aus der Ruine zurück – und ließen drei Kameraden am Boden in ihrem Blute liegen.

Doch nicht genug. Vom Erfolg ihrer Kameraden angestachelt zog eine weitere Einheit Pikeniere der Schweizer nach Vorne. „Hopp Schwyz!!!“ hörte man rufen und „S’isch guat gsi!“

Der Kriegsherr der Burgunder, abseits des Geschehens.

Der Kriegsherr der Burgunder, abseits des Geschehens.

Nach dem Ende des Gemetzels: 12 Armbrustschützen der Burgunder hat das gerechte Schicksal ereilt.

Nach dem Ende des Gemetzels: 12 Armbrustschützen der Burgunder hat das gerechte Schicksal ereilt.

Die Burgundischen Krieger ergreifen die Flucht. Zu stark ist die Macht der Gesellen aus St. Gallen.

Die Burgundischen Krieger ergreifen die Flucht. Zu stark ist die Macht der Gesellen aus St. Gallen.

Die nächste Einheit Pikeniere zieht nach.

Die nächste Einheit Pikeniere zieht nach.

 

Die hinterhältigen Burgunder

Die zweite Einheit Armbrustschützen von Ralf stand die ganze Zeit in dem schwierigen Geländestück bereit zum Einsatz. Doch ständig wurden die SAGA-Würfel von Ralf an anderer Stelle benötigt. Doch jetzt war ihre Zeit gekommen. Die Armbrustschützen nahmen die Pikeniere aus Uri aufs Korn. Und Zack, landeten sie vier Treffer, die nicht gerettet werden konnten. Vier Pikeniere aus Uri mussten gehen.

Die erste Einheit Armbrustschützen versuchte sich an den Pikenieren aus St. Gallen, dem Gewalthaufen. Das mussten sie auch, denn die St. Gallener Pikeniere würden sie sonst im nächsten Zug erneut angreifen. Und mit Schweizern spaßt man nicht. Doch die Salve lag schlecht. Nur ein Pikenier musste gehen.

Die Armbrustschützen der Burgunder nehmen die Pikeniere aus dem Kanton Uri unter Feuer.

Die Armbrustschützen der Burgunder nehmen die Pikeniere aus dem Kanton Uri unter Feuer.

Vier Treffer landen die Armbrustschützen.

Vier Treffer landen die Armbrustschützen.

Die Armbrustschützen in der Ruine greifen die Pikeniere aus St. Gallen an.

Die Armbrustschützen in der Ruine greifen die Pikeniere aus St. Gallen an.

 

Erneuter Angriff der Schweizer

In der Ruine standen sich Schweizer Pikeniere und Burgunder Armbrustschützen direkt gegenüber. Das fordert einen direkten Angriff der Pikeniere geradezu heraus. So geschah es denn auch und die Armbrustschützen der Burgunder wurden mit hohen Verlusten aus der Ruine hinausgeworfen. Das gleiche Schicksal blühte auch den Kriegern der Burgunder.

Im Gegenzug attackierten die Krieger der Burgunder den einzelnen verbliebenen Armbrustschützen aus Bern. Der wiederum starb den Heldentod.

Die Armbrustschützen und Krieger der Burgunder werden von den Schweizern aus der Ruine geworfen.

Die Armbrustschützen und Krieger der Burgunder werden von den Schweizern aus der Ruine geworfen.

Die fiesen Burgunder stürzen sich auf den einsamen Armbrustschützen aus Bern.

Die fiesen Burgunder stürzen sich auf den einsamen Armbrustschützen aus Bern.

 

Spielende

Nach der letzten Runde wurden Siegpunkte gezählt. Für die Schweizer gab es 7+6+6=19 Siegpunkte. Die Burgunder bekamen 3+2+2+4+4=15 Siegpunkte. Damit endete das spannende Spiel 19:15 für die Schweizer.

Und direkt nach dem Auszählen beschlossen die Sofageneräle Ralf und Sturmi eine Revanche des Spiel bei nächster Gelegenheit. Wir werden berichten.

Auszählen der Siegpunkte.

Auszählen der Siegpunkte.

Schlussszene in der Ruine.

Schlussszene in der Ruine.

Über den Autor

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, aktuell spielt er "Poor Bloody Infantry/PBI", "Geile Scheiße", "DBMM", "ARMATI", "SAGA" und "Bolt Action"

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