Bierdeckel: Basen für 10-Mann-Trupps in 20mm

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Für Königsberg auf der tactica haben wir für den Einsatz von 20mm-Figuren besondere Basen bereitgestellt. Newood wollte für sein Spielsystem unbedingt 10er-Trupps einsetzen. Er befürchtete, dass der Spielfluss leiden könne, wenn der Spieler die Figuren einzeln bewegen müsse. Er fragte, ob es nicht Basen für 10-Mann-Trupps geben könne und wir antworteten wie immer mit „Naklar“. Here they come!

Bierdeckel als Grundbaustoff für 10-Mann-Basen

Bei unseren Überlegungen, wie man die 10-er-Basen aufbauen könnte, gingen wir zuerst mal zu einer Stellprobe über, um die optimale Größe zu ermitteln. Wir begannen der Einfachheit halber mit einem Bierdeckel als Ausgangsgröße.

Auf einen Bierdeckel kamen zehn meiner 20mm-Figuren auf 2-Cent-Sockeln. Da wollten wir schon mal prüfen, wie groß denn der Flächenbedarf sein würde. Es zeigte sich, dass ein Bierdekcel exakt die Fläche bereitstellte, die für einen 10er-Trupp benötigt werden würde. Ein wenig Platz zwischen den Figuren und rundrum war noch. Also würde man noch ein wenig „Ausstattung“ anbringen können. Diese posiitve Erfahrung führte dazu, dass wir nicht nur die Baugröße, sondern den Bierdeckel auch gleich als Baumaterial beibehielten.

Probestellen auf einem geschwärzten Bierdeckel der Vietnam-Spielplatte.

Probestellen auf einem geschwärzten Bierdeckel der Vietnam-Spielplatte.

Nullserie

Als Nullserie und quasi als Prototyp erstellte ich eine Base mit einfach nur ein wenig Schutt an verschiedenen Stellen. Als Gestaltung stellte ich mir ein Stück Straße vor, auf dem sich einige Stücke Schutt einfinden sollten. Sowas ähnliches wie die Basen der 15mm-Russen für Königsberg eben.

Der Bierdeckel wurde nicht grundiert, sondern mit ein paar Klecksen Strukturpaste bekleckert. In diese setzte ich „Steinquader“ aus Resten von Gussästen und Aquariumskies sowie einige Streichhölzer. Nach ausgiebigem Trocknen der Strukturpaste hafteten alle Komponenten fest auf dem Bierdeckel.

Die Base nach Auftrag der schwarzen Grundierung.

Die Base nach Auftrag der schwarzen Grundierung.

DIe Base nach Fertigstellung.  Die Herren Panzergrenadiere finden hinreichend Platz.

DIe Base nach Fertigstellung. Die Herren Panzergrenadiere finden hinreichend Platz.

Hier nochmala die Bierdeckel-Base von oben.

Hier nochmala die Bierdeckel-Base von oben.

Auf den Rohling trug ich schwarze Farbe (Revell Aquacolor) auf, ließ diese wieder gut trocknen. Dem folgten mehrere Durchgänge des Trockenbürstens, von dunkel beginnend und stets heller werdend. Panzergrau – Mausgrau Mittelgrau – Beige (das 85er). Das Holz der Streichhölzer schließlich grundierte ich mit dem Beige (314er) und lasierte sodann mit Lederbraun drüber. Fini! C’est tout!

Nach dem Auftrag der Lasur mit Blaugrau.

Nach dem Auftrag der Lasur mit Blaugrau.

Ganz fini war es dann doch nicht. Die Straße kam mir etwas dunkel vor. So dunkel ist eine asphaltierte Straße eigentlich nur nach einem Regenguss. Eine trockene Straße ist heller, vor allem hat sie tendentiell ein wenig Blaustich in ihren Farben. Hierfür nahm ich den Farbton Revell Aquacolor 36152 Blaugrau und trug ihn auf der Asphaltoberfläche als sehr wässrige Lasur auf. Die erhabenen Schuttstücke sparte ich aus. Resultat: Très bien!

4er-Serie: erste Extravaganzen

Nach dem Gelingen der Nullserie wagte ich mich an eine erste Auflage von vier Basen auf Basis der Bierdeckel. Ein wenig Varianz wollte ich auch reinbringen. Die Straßen-Basen sollten etwas Bürgersteig abbekommen. Die Verarbeitung erfolgte ähnlich zur Nullserie. Die Straße bekam zuletzt eine Lasur Blaugrau. Der Bürgersteig hingegen erhielt eine staubige Lasur mit der Revell Aquacolor 36314 Beige, deren Auftragsfläche nach dem Trocknen mit Mittelgrau trockengebürstet wurde. So wurde der Gehsteig schließlich mit einem staubigen Grau überzogen, aus dem die Schutthalden aufragten.

Nachfolgend die Bierdeckel-Basen Schritt für Schritt im Werden als Fotoserie.

Base #2 mit Bürgersteig.

Base #2 mit Bürgersteig.

Base #3 ebenfalls mit Bürgersteig.

Base #3 ebenfalls mit Bürgersteig.

Base #4 wieder schlichter als reine Straße mit Schutt.

Base #4 wieder schlichter als reine Straße mit Schutt.

Base #5 ebenfalls als reine Straße mit Schutt.

Base #5 ebenfalls als reine Straße mit Schutt.

Die Details der Base #3

Die Details der Base #3

Base #2 und #3 geschwärzt

Base #2 und #3 geschwärzt

Base #2 und #3 erhalten zuerst das Trockenbürsten der Schuttelemente. Obwohl per Pinsel geschehen, wirkt es wie mit der Airbrush aufgetragen.

Base #2 und #3 erhalten zuerst das Trockenbürsten der Schuttelemente. Obwohl per Pinsel geschehen, wirkt es wie mit der Airbrush aufgetragen.

Jetzt kommt die Lasur Blaugrau flächendeckend drauf.

Jetzt kommt die Lasur Blaugrau flächendeckend drauf.

Der Bürgersteig erhält seine Lasur Beige (314er)

Der Bürgersteig erhält seine Lasur Beige (314er)

Die Holzbalken im Schutt werden mit dem 314er Beige dünn bepinselt.

Die Holzbalken im Schutt werden mit dem 314er Beige dünn bepinselt.

Auf das Beige auf den Holzbalken kommt eine Lasur von Lederbraun.

Auf das Beige auf den Holzbalken kommt eine Lasur von Lederbraun.

Final werden die erhabenen Schuttteile mit 85er Beige trockengebürstet.

Final werden die erhabenen Schuttteile mit 85er Beige trockengebürstet.

Hier die Holzbalken im Schutt.

Hier die Holzbalken im Schutt.

Für die Holzbalken sind nur zwei Farbaufträge nötig.

Für die Holzbalken sind nur zwei Farbaufträge nötig.

Mosaik aus Basen

Wie man dem Titelbild entnehmen kann, lassen sich die Basen zu einem „Gesamtkunstwerk“ zusammensetzen… Etwas verspielt? Nein, nur die Möglichkeiten erkennend!

Stay tuned!

Sturmi


Bildnachweis: © alle schwarzer.de

Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, er ist jedoch nicht festgelegt.

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