To bättel or not to bättel

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Jetzt ist es so ungefähr 10 Jahre her, dass wir (die Einhörner) im Sommer eine zünftige Bättel veranstaltet haben. Dort, in Stockstadt beim Halvarson, haben wir gebättelt. In Saint-Aubin-sur-Mer. Irgendwo an der Wolga. Irgendwo in Nordafrika. Irgendwo an der Schelde. Irgendwo im Pazifik auf Fake Island.

Erinnerungen an einen Tag voller Spaß

Das dumpfe Bellen der Pak 40 zerriss die Nacht über den engen Gassen der Vorstadt von Saint-Aubin. Einen Herzschlag später fuhr die Panzergranate mit brutaler Wucht in den ersten M4 Sherman. Ein gleißender Feuerball fraß den Stahlkoloss, schleuderte Turmluken und Trümmer durch die Luft und tauchte die Häuserfronten in flackerndes, gespenstisches Licht.

„Granate!“

Der Ladeschütze rammte die nächste Patrone ins Rohr.

„Ziel!“

Das Fadenkreuz glitt auf den nächsten Schatten.

„Zwei Strich links.“

Der Richtschütze korrigierte kaum sichtbar.

„Feuer!“

Erneut bellte die Pak. Der Mündungsknall rollte wie Donner durch die Gassen.

Der zweite Sherman hatte versucht, am brennenden Wrack seines Vorgängers vorbeizukommen. Zu spät. Die Granate traf ihn seitlich. Ein metallisches Krachen, dann ein greller Blitz aus dem Inneren des Panzers. Flammen schossen aus den geöffneten Luken, schwarzer Rauch quoll empor und hüllte die Straße in einen dichten Vorhang aus Ruß und Funken.

Die Feuersbrunst verwandelte die Nacht in ein flackerndes Inferno. Im unruhigen Licht zeichnete sich plötzlich die Silhouette eines Jeeps hinter dem liegengebliebenen Sherman ab.

Ein Ruf war überflüssig.

Das MG der Nahsicherung hämmerte los.

Kurze Feuerstöße peitschten durch die Dunkelheit. Die Einschläge ließen den Jeep erzittern, Splitter und Glas stoben auseinander. Schließlich schlugen Flammen aus dem Motorraum. Wenige Augenblicke später griff das Feuer auf die mitgeführte Munition über. Mit einer Reihe dumpfer Detonationen zerbarsten Kisten und Ausrüstung; Funken, Rauch und Trümmer wirbelten zwischen den Mauern empor, während das Knattern der Sekundärexplosionen langsam in der Nacht verklang.

Was in zehn Jahren geschah

Zehn Jahre. Tausende Würfelwürfe. Unzählige Minis. Berge von Farbe. Literweise Kaffee. Und jede Menge Geschichten.

Die Zeiten haben sich geändert. 20-mm-WWII ist längst nicht mehr das alleinige Revier der Einhörner. Heute marschieren stolze 28-mm-Armeen über die Tische. SAGA ist zum Dauerbrenner geworden. One Page Rules mischt kräftig mit. Und das Zeitalter der Magie öffnet seine Tore: Minotauren stampfen über das Schlachtfeld, Schlangenkrieger zischen durch Ruinen, Ritter senken die Lanzen, Landsknechte richten ihre Piken aus, während Genueser Armbrustschützen ihre Sehnen bis zum Anschlag spannen.

Doch eines hat sich nie verändert.

Die Würfel rollen.

Die Schlacht beginnt.

Der Spaß gewinnt.

Ob Burgunder oder Kastilier, Schweizer Pikeniere oder finstere Horden aus der Unterwelt, maschinenhafte Necrons oder uralte Helden – am Ende geht es immer um dasselbe: gemeinsam am Spieltisch sitzen, fachsimpeln, lachen, Minis bestaunen und den einen oder anderen spektakulären Würfelwurf feiern.

Denn genau dafür schlagen die Herzen der Einhörner: für bemalte Armeen, liebevoll gebaute Spielfelder, spannende Partien und gute Freunde, mit denen jedes Spiel zu einer neuen Geschichte wird.

An dieser Stelle sagen wir einfach:

Danke!

Danke an alle, die Pink-Unicorn.tv seit inzwischen zehn Jahren begleiten, mitlesen, mitfiebern und Teil dieser Reise sind.

Die Würfel liegen bereit.

Die nächsten Armeen stehen schon in Reih und Glied.

Auf die nächsten zehn Jahre!

Sturmi und die Einhörner

Über den Autor

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, aktuell spielt er "Poor Bloody Infantry/PBI", "Geile Scheiße", "DBMM", "ARMATI", "SAGA" und "Bolt Action"

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