SAGA Ära der Ritter / Age of Chivalry bricht an

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Lange hatte ich mich dagegen gewehrt. Ich lauf doch nicht jedem Hype hinterher. Ich doch nicht. Und schon wieder was Neues. Ich habe ja noch nicht mal aus Ära der Kreuzzüge die Templer gebaut. Soll ich da jetzt an die Ritter rangehen? Nö, ne.

Warum an SAGA Ära der Ritter kein Weg vorbeiführt

Die Ritter sind es nicht unbedingt. Aber die Landsknechte mit ihren bunten und schicken Uniformen. Die Heerhaufen der teilnehmenden Nationen sind recht farbenfroh. Und noch einen Grund gibt es dafür. Ralf im Verein spielt die eben auch. Und da ich mit ihm spiele (ihr habt es sicher schon des Öfteren hier gelesen) und mir seine Figuren (Burgunder) sehr gut gefallen, habe ich beschlossen, alle guten Vorsätze kurzerhand über Bord zu werfen. Dafür sind die ja da, oder?

Perry Figuren müssen es sein

Sagte mir der Ralf. Und der muss es wissen, da er seine SAGA-Armee mit denen aufgebaut hat und recht zufrieden ist. Modellierung, Ausstattung, Bemalbarkeit, Resultate, alles. Diese Boxen kann er empfehlen:

  • English Army 1415-1429 (36 figures)
  • Agincourt French Infantry 1415-29
  • Agincourt Foot Knights 1415-29
  • Agincourt Mounted Knights 1415
  • Wars of the Roses Infantry (bows and bills)
  • ‘Mercenaries’, European Infantry 1450-1500
  • Mounted Men at Arms 1450-1500 (12 mounted figures)
  • Foot Knights 1450-1500
  • Light Cavalry 1450-1500

Ich begann mit der „European Infantry“. Da sind ja 40 Figuren drin. Damit kann man anfangen.

Die Perry Box ‘Mercenaries’, European Infantry 1450-1500<war mein Einstieg in SAGA Ära der Ritter Die Perry Box ‘Mercenaries’, European Infantry 1450-1500

Der Comte de Mont-Tempestier et du Bâle-d’Orage

Und damit schlüpft meinereiner in spätmittelalterliche Klamotten und setzt sich fürstliche Hüte auf:
Heute wurzelt der Sturmi in einem spätmittelalterlichen Adelsgeschlecht.

Es ist das Haus Mont-Tempestier im Artois, ein Seitenzweig der Armagnacs. Zu seinem Erbe zählt auch die Feste Bâle-d’Orage, auch Mons Ventorum oder auf Deutsch Sturmhöhe genannt, nördlich von Basel gelegen. Der Comte de Mont-Tempestier et du Bâle-d’Orage war keiner für stille Kammern und schwere Vorhänge, sondern ein Herr des Aufbruchs, des Befehls und des rauen Feldes – ein Adliger, dessen Name dort Gewicht besaß, wo der Wind an Bannern riss und Trommeln den Takt des Entschlusses vorgaben.

Früh schon war dem Comte beschieden, Ruhm nicht bloß zu empfangen, sondern ihn zu vergrößern. In den Ebenen des Artois sicherte er seine Herrschaft über fruchtbare Ländereien und befestigte Städte, hob Banner aus, sammelte Knechte und führte Pikeniere wie Arkebusiere mit sicherer Hand. Seine französischen Truppen galten als diszipliniert und doch voller Ungestüm, gelenkt von einem Herrn, der den Sturm nicht scheute, sondern ihn zu deuten wusste. Wo Mont-Tempestier ritt, folgte das Grollen – und auf dem Tabletop kehren diese Heere nun zurück, geschniegelt, bemalt und bereit, unter französischen Farben den ersten Stoß zu führen.

Doch die Macht des Comte endete nicht an den Grenzen des Königreichs. Jenseits des Rheins, im Raum Basel, erhob sich seine zweite Stütze: die eidgenössische Grenzfeste Bâle-d’Orage auf einem vom Wind gezeichneten Höhenzug. Dort, wo Kaufleute, Söldner und Gesandte einander begegneten, verstand es der Comte, Bündnisse zu knüpfen und Treue zu sichern. Er war dort ein gern empfangener Gast und zugleich ein Hausherr, den man lieber nicht zum Gegner machte.

So überrascht es kaum, dass er im Ernstfall auch eidgenössische Truppen, vor allem aus dem Kanton Basel, unter sein Kommando brachte: standfeste Spießknechte, wachsame Schützen, Männer, die mehr auf Verträge als auf Prunk gaben – und gerade dadurch umso gefährlicher waren. Auf dem Spieltisch stehen sie an seiner Seite als Bollwerk zwischen Ordnung und Chaos.

Wie es dem Hochadel geziemte, reichten die Verflechtungen des Hauses Mont-Tempestier jedoch noch weiter. Alte Ehebünde, klug gesetzte Patenschaften und eine Erbfolge, über die man lieber leise sprach, verbanden den Comte mit den Inselreichen jenseits des Kanals. In England führte er, fast ohne Aufhebens darum zu machen, einen weiteren Titel: Lord Stormington. Die zugehörige Grafschaft lag im rauen Norden, in Stormshire, wo Stürme vom Meer über Heide und Klippen jagen. Dort lernte der junge Adlige, was Standfestigkeit bedeutet, und dort gewann er das Recht, auch britische Truppen zu führen – nicht als Fremder, sondern als Lord unter Lords.

So vereint der Sturmi in der Gestalt Jean-Jacques de la Tempête, was auf dem Tabletop selten und zugleich besonders reizvoll ist: französische Eleganz und Angriffslust, eidgenössische Zähigkeit und englische Beharrlichkeit. Seine Geschichte ist eine von Adel, Pulverdampf und wehenden Standarten – wie geschaffen dafür, in Miniaturen, Farben und Szenarien weiterzuleben. Wer ihn bei SAGA zum Spiel fordert, begegnet keiner gewöhnlichen Figur, sondern einer Legende auf dem Feld der Ehre.

SAGA – Age of Chivalry

Mit diesen Worten will ich meine enge, beinahe standesgemäße Verbindung zu SAGA – Age of Chivalry offenbaren – und zugleich meinen eigenen Eintritt in die Aushebung von Truppen für die genannten Fraktionen des Ritterzeitalters verkünden. Wer die Chroniken aufmerksam verfolgt hat, dem wird kaum entgangen sein, dass mir jüngst eine Schachtel Perry-Figuren in die Hände gefallen ist. Eben jene nehme ich nun beim Wort – oder besser: bei Pike, Pavese und Schild – um die ersten Rekruten unter meinem Banner zu sammeln.

So beginne ich, Stein um Stein und Figur um Figur, den Aufbau jener Heere, die einst den Ruhm meines Namens mehrten und nun auf dem Spieltisch zu neuem Leben erwachen.

Begleitet mich auf meinem farbenfrohen Marsch durch das Spätmittelalter.

Über den Autor

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das frühere Spielsystem "Behind-Omaha" von Samy, aktuell spielt er "Poor Bloody Infantry/PBI", "Geile Scheiße", "DBMM", "ARMATI", "SAGA" und "Bolt Action"

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