„Wie einfach wäre es doch dagegen, Tobruk zu nehmen!“

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So oder so ähnlich hätte es Rommel sicher formuliert, hätte er seine Mannen als 15mm-Figuren bemalen müssen. Nachdem ich mir selbst nen Floh ins Ohr gesetzt hatte, musste ich am Wochenende wohl oder übel die Farbtöpfe öffnen und feine Pinsel hervorholen.

Das Deutsche Afrika Korps: Gehversuche des Rittmeisters von Stürmisch in kleinen Maßstäben

So ganz weit hergeholt war die Herde Flöhe nun nicht. Vielmehr lag es eigentlich auf der Hand, die zahlreichen Infanterie-Basen in 15mm nicht nur nach Europa zu stecken, sondern diese für andere Szenarien / Theater vorzubereiten. Bei PBI gibt es schließlich einen Cut bei 400 Punkten und dann ist Schluss mit Lustig. Mehr Basen wären dann nicht mehr einsetzbar. Somit wären sehr viele Infanteriebasen überzählig gewesen. (Guuut, dass ich diesen Gedanken nicht in meiner 20mm-Welt aussprechen muss. Die etwa 3.500 20mm-Minis wären sonst sicher recht ungehalten ob der Kündigungsdrohung.)

15mm-Afrikakörpsler sind nun jedoch nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen, wie die bisher fertig gestellten Minis für Normandie & Shturmigrad. Bei den letzteren konnte ich nahezu die gesamte Grundbemalung beibehalten und mich darauf beschränken, Details der Uniform oder whatever zu verfeinern oder nach meinem Gusto anders zu gestalten. Beim DAK jedoch stand eine völlige Neubemalung an. Lediglich die Waffen würde ich in ihrem Zustand belassen.

Wie immer: Die leidige Frage nach der richtigen Farbe für die Uniformen

Aus dem BO-Forum kenne ich noch die ewigen Besserwisser, die mir genau sagen konnten, warum gerade der von mir gewählte Farbton der völlig falsche ist. Nach eingehendem Studium ganzer Bildbände zu diesem Thema (Plasti nennt da eine bestens bestückte Bibliothek sein Eigen) und Besprechung mit wirklichen Farbexperten wie Doncolor habe ich für mich klar bekommen, dass es einerseits eine große Bandbreite an Farben auf DAK-Uniformen gab, alle Töne dennoch aus einer gewissen Farbpalette stammen. Während britische Uniformen eher Brauntöne favorisieren, sind es bei den deutschen eher Grüntöne. Je heller, umso näher kommt man sich. Stärkere Unterschiede gibt es mehr im dunklen Bereich.

Diese Farben nehme ich

Vorweg: bei meinen ersten Gehversuchen habe ich manchen Mix ausprobiert. Was man nachfolgend sieht, ist die Quintessenz aus all den Versuchen. Standard ist auch: Hautpartien werden mit Revell Aquacolor 36135 Hautfarbe, die Stiefel mit Revell Aquacolor 36184 Lederbraun bemalt.

Da das Ganze hier vorerst nur ein Test sein sollte, habe ich sieben Figuren ausgewählt, die für die PBI-Armee eingekleidet werden sollen.

  • Offizier und Funker für die CC (Company-Commander) Base
  • Drei einfache Schützen für eine Rifle-Base
  • Einen MG-Schützen 1 und einen begleitenden MG-Schützen 2 für eine LMG-Base

Daran wollte ich mich versuchen, auch um durch die niedrige Zahl an Figuren nicht zu viel Zeit ins Labor zu stecken.

Farben für die DAK-Uniform

Was eine Figur auch spannender macht, das ist eine unterschiedliche Bemalung von Uniformjacke und Uniformhose. Es ist schlicht ein weiterer Kontrast, der beim stets verspielten Auge einen Pluspunkt erwirkt.

Durch das Abdunkeln mit dem noch folgenden Wash ist mir die 36314 Beige die sympathischste Farbe für die Uniform.

  • Revell Aquacolor 36314 Beige (eher gelb)
  • Revell Aquacolor 36189 Beige (leicht grünlich)
  • Revell Aquacolor 36145 Helloliv (leicht grünlich)

Farben für das Gerödel

Die Farben sind tendentiell dunkler und dienen vor allem dazu, Kontraste zur Uniform aufzubauen. Die angenehme Wirkung der fertigen Figur entsteht vornehmlich durch die Kontraste unterschiedlicher Partien auf der Figur.

  • Revell Aquacolor 36188 Ocker (vor allem der Helm)
  • Revell Aquacolor 36189 Khakibraun
  • Revell Aquacolor 36145 Helloliv (Kopfbedeckungen aus Stoff)

Farben für Gurte und das Koppel

Hier ist vor allem wichtig, dass die Gurte später an der fertigen Figur deutlich wahrgenommen werden. Für mich gehört dies zu den wichtigsten Authentizitätselementen.

  • Revell Aquacolor 36184 Lederbraun
  • Revell Aquacolor 36189 Khakibraun

Der Wash

… ist das Salz in der Suppe. Der Wash kommt über die gesamte Figur außer Waffe und Klappspaten. Als Wash nehme ich den Game Color 73203 Umber Wash. Er betont die tiefliegenden Partien, macht auch etwas dunkler, knallt aber nicht alles so gnadenlos zu wie ein Black Wash.

Hier mal ein Zwischenergebnis.

Erstes Ergebnis nach dem Bemalen der 15mm-Figuren (glaube, es sind welche von Battlefront?).  Der Wash ist bereits aufgetragen.

Erstes Ergebnis nach dem Bemalen der 15mm-Figuren (glaube, es sind welche von Battlefront?). Der Wash ist bereits aufgetragen.

Die Base

Die Gestaltung von Wüstenbasen mündet meist in die Frage „Soll man Sand bemalen, damit er wie Sand aussieht?“. Da bin ich nach wie vor der Meinung, dass Sand am Besten unbemalt am ehesten wie Sand aussieht. Und dabei werde ich es auch belassen. Aber…

Simple Afrika-Basen für DAK und 8th Army

Schauen wir doch mal zurück, wie es die alten Germanen ( Sturmi vor drei Jahren ) gehalten haben.

20mm-Minis mit einer Base-Belegung mit feinstem Chinchilla-Sand.

20mm-Minis mit einer Base-Belegung mit feinstem Chinchilla-Sand.

Bisher habe ich die Base von DAK-Minis stets simpel durch Bestreuen mit Chinchilla-Sand gestaltet. Okay, mal ein paar Steine dazwischen und trockengebürstet, aber das war’s denn auch schon. Sieht ja für mich auch mal gar net so schlecht aus.

20mm-Minis der British 7th Armoured Division: Etwas bescheidene Flora auf der Base.

20mm-Minis der British 7th Armoured Division: Etwas bescheidene Flora auf der Base.

Die Herren der 8th Army haben noch ein wenig Gestrüpp bekommen mit orangefarbenen Blüten. Aber auch hier ansonsten liegt nur Chinchilla-Sand auf der Base.

Die Base 2.0: Geröll muss her

Müssen tut es nicht, aber der Herr Rittmeister will mal was Neues ausprobieren. Was fest steht ist, dass die Basen wieder aus 30mm-Unterlegscheiben entstehen werden. Strukturpaste kommt drauf und dann… Ja, dann geht es los mit dem Versuch.

Ich habe beschlossen, zunächst ein paar Stücke Aquarium-Kies auf die Base zu legen und in die noch weiche Strukturpaste einzudrücken. In diesem Fall werden es wesentlich mehr solcher „Gesteinsbrocken“ sein, als ich sonst nehme. Es soll ja geröllig wirken. Darüber kippe ich reichlich feinkörnigen Sand (kein Chinchilla-Sand, der wäre zu fein) und lasse ihn anhaften und verfestigen.

Als Grundlage erscheint mir das eigentlich genug. Was meint ihr?

Die 15mm-Afrika-Koprs-Figuren auf den Basen.

Die 15mm-Afrika-Koprs-Figuren auf den Basen.

Bemalen der Afrika-Basen

Meine Standard-Base für Europa nutzt ja

  • Grundfarbe Revell Sand (36116)
  • Wash Revell Lederbraun (36184)
  • Trockenbürsten Revell Beige (36314)

Die Wüste soll mit ihren Farben ein wenig wärmer wirken, weswegen ich das kalte Revell Sand gegen Revell Ocker austausche. Somit kommen wir zu…

  • Grundfarbe Revell Ocker (36188)
  • Wash Revell Lederbraun (36184)
  • Trockenbürsten Revell Beige (36314) bzw. Revell Beige (36189)

Welche der beiden Beige-Töne besser kommt – es hing bei den drei Basen irgendwie von der Tagesform des Pinsels ab. Eigentlich müsste die 36314 wärmer/knalliger wirken, aber die andere hatte auch eine Base total gut verzaubert. Eventuell hängt es auch mit der Intensität des Washs zusammen. Ich werde nächstes Mal mit mehr bzw. weniger Farbpigment im Wash pröbeln.

Bepflanzung

Also die Sturmine ist ja völlig dagegen. Ausschließlich die steinige Struktur wirke am Besten. Aber wer lässt sich schon was sagen. Ich etwa? Geht ja mal gar nicht, oder?

Final kam doch MiniNatur auf die Base. Es ist meine alte Liebe zu MiniNatur. Dort hat es sehr helles, wüstiges Gras und es hat die „Unkraut“ titulierte Flora von den 8th-Army-Basen. Die beiden musten her. „Dann schneide das Gras wenigstens kürzer. Es ist einfach zu lang!“ Wäh wäh wäh… MiMiMi!

Also auf der einen Base habe ich das Gras dann mit der Nagelschere gestutzt. Auf der anderen steht der Busch und die Welt geht beide Male nicht unter. Ist beides so okay. Nein, sie kriegt nicht Recht!

Ergebnisse der Farbforschung

Schließlich habe ich mich mit den Ergebnissen zufrieden gegeben. Nachdem auch der letzten Stahlhelm seine „Lederbraun“-Riemchen bekommen hatte, war meine ohnehin stets sehr spärliche Geduld aufgebraucht. Hier ist, was entstanden ist.

Best

Sturmi

Die PBI CC Company Commander Base in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI CC Company Commander Base in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI CC Company Commander Base in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI CC Company Commander Base in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI CC Company Commander Base in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI CC Company Commander Base in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI LMG Base mit einem MG34-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI LMG Base mit einem MG34-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI LMG Base mit einem MG34-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI LMG Base mit einem MG34-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI Rifle Base mit drei Gewehr-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI Rifle Base mit drei Gewehr-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI Rifle Base mit drei Gewehr-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI Rifle Base mit drei Gewehr-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI Rifle Base mit drei Gewehr-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI Rifle Base mit drei Gewehr-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI Rifle Base mit drei Gewehr-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps

Die PBI Rifle Base mit drei Gewehr-Schützen in 15mm. DAK / Deutsches Afrika Korps


Bildnachweis: © alle schwarzer.de



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Über Sturmi

Sturmi ist passionierter Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler. Seinen Einstieg fand er über das Spielsystem "Behind-Omaha", er ist jedoch nicht festgelegt.

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